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2018-12-12 01:11

Kuba 2018, Cienfuego, Havanna, Juvendud, Trinidad.

Von Panama, Boco de Toros, kommend segle ich direkt nach Cienfuego, zum Internationalen Einklarierungshafen, in die Marina Marlin. Ein- oder Ausklarieren ist in Kuba nur in einem Internationalen Hafen möglich. Davon gibt es an Kubas 5700 Kilometer langen Küste nur 6.

Nachdem meine versuche den Hafenmeister, die Immigration oder irgend jemanden in der Marina über Funk zu erreichen gescheitert sind, ankere ich vor der Marina. Mit dem Dinghy fahre ich zum nächsten Anlegesteg wo ich sogleich wieder ablegen muss, weil dieser Steg nur für eine Chartergesellschaft benutzbar ist. Der nächste Anlegesteg ist dann richtig, ich gehe zum Büro der Immigration, klopfe an die Tür und trete ein. Zwei Beamte, in ihren Betten liegend, empfangen mich nicht gerade höflich, im Befehlston werde ich angewiesen vor der Tür zu warten. Als nächstes muss ich mit Bright Star in der Marina anlegen um die notwendigen Amtshandlungen zu ermöglichen. Zuerst kommt ein Arzt der Gesundheitsbehörde der bestätigt das ich gesund bin. Danach die Beamten vom Zoll, mit einem unwilligen Drogenhund der zur Durchsuchung des Bootes an einer Leine durchs Boot gezogen wird. Jetzt darf ich zur Immigration, wo die Herren mittlerweile wieder in ihren Uniformen stecken. Ich werde fotografiert, es werden viele Formulare ausgefüllt und so vergeht der erste Nachmittag in Kuba. Als letztes nur noch ein paar Formulare im Marinabüro. Ich denke das Wichtigste ist eine Erklärung die ich auch unterschreiben muss, ich bin selbst für alles verantwortlich was in der Marina passiert. Die Marina ist rund um die Uhr bewacht, aber es wird ausdrücklich darauf hingewiesen das Dinghy und auch der Motor extra versperrt sein müssen. Außerdem wird empfohlen keinen Benzin im Tank zu lassen...........

Zweiter Tag in Cienfuegos, ich habe Zeit mich um eine Fahrgelegenheit nach Havanna zu kümmern. Täglich fahren Busse der zwei großen Staatlichen Reisegesellschaften nach Havanna. Ich erkundige mich an der Abfahrtsstelle beim Hotel Jagua und möchte mir einen Platz für den nächsten Tag reservieren. Die Busfahrt kostet 55 CUC ist aber leider nicht vom Hotel aus buchbar. Es gibt aber ein Staatliches Reisebüro vier Kilometer entfernt im Zentrum wo ich buchen könnte. Auf dem Weg dort hin spricht mich ein Radfahrer an und gibt mir den guten Rat ein Taxi Colectivo zu nehmen. Um 25 CUC fahre ich am dritten Tag mit drei Kubanern zusammen in einem 30 Jahre alten Peugeot nach Havanna. Das Taxi bringt mich bis zu meinem vorbestellten Privatquartier wo ich schon erwartet werde. Den Rest des Tages spaziere ich durch das Zentrum und versuche herauszubekommen wie ich am nächsten Tag günstig zum Flughafen komme. Busfahren ohne Plan und ausreichenden spanisch Kenntnissen ist ein Wagnis. Um rechtzeitig am Flughafen zu sein frage ich einige Taxifahrer. Alle sind sich einig, es ist sehr weit, und ich bin ein Ausländer, es kostet pro Strecke 35 CUC.

Als nächstes frage ich die Besitzerin meines Privatquartiers ob sie mir eine Stadtkarte borgen und mir die Buslinien aufschreiben kann. Also Straßenkarte von Havanna hat sie keine, ja und ich müsste oft umsteigen. Aber ihr Mann hat zufällig morgen frei und wenn ich will würde er mich mit seinem Auto für 20 CUC zum Flughafen bringen. Ich bin einverstanden mit 20 CUC für hin und zurück einschließlich Wartezeit.

In einem 50 Jahre alten Ford Kleintransporter umgebaut auf Transportbus holpern wir über die schlechten Straßen. Immer wieder muss mein Fahrer stehenbleiben weil die hintere Türe von alleine aufgeht, leichte Steigungen werden im zweiten Gang bewältigt. Wir schaffen es in knapp zwei Stunden bis zum Flughafen. Der Fahrer wartet ( schläft ) beim Auto und ich warte auf meinen Gast zwei Stunden länger als angenommen. Der Flug hatte Verspätung und dann auch noch eine sehr langsame, dafür aber genaue Kontrolle beim Einreisen. Die Wurstspezialitäten aus Österreich, auf die ich mich schon gefreut hatte fallen dem Einfuhrverbot zum Opfer und werden beschlagnahmt.

Zwei Tage lang sehen wir uns Havanna an, genießen das Leben der Kubaner auf den Straßen und bewundern die schönen alten Häuser genau so wie auch die unzähligen Oldtimer die hier als normale Verkehrsmittel unterwegs sind.

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Vor 60 Jahren hat Che Guevara mit seiner Rebellentruppe die Stadt Santa Clara im Centrum Kubas erobert, danach flieht der Diktator Batista und Fidel Castro übernimmt die Macht im Lande. Alphabetisierungskampagne, die Einführung der kostenlosen Gesundheitsversorgung, Mietpreissenkung, Agrarreform sind die Folge. Großgrundbesitzer, alle US amerikanischen Firmen und Banken werden enteignet. Die USA kündigen daraufhin ihre Importe so wie auch den Export. Diese Liefersperre ist bis heute noch gültig und sehr leicht mit dem freien Auge zu erkennen. Sehr viele Gebrauchsgegenstände sind mehr als 60 Jahre alt. Beliefert wird Kuba hauptsächlich von befreundeten Staaten wie China, Korea, Venezuela und von den ehemaligen Ostblockländern.

Drei Tage Havanna, mein zweiter Besuch hier, für einen Überblick hat es gereicht und nun geht es wieder mit dem Gemeinschaftstaxi zurück nach Cienfuegos. Wir verbringen noch einen Tag in der durch Zuckerhandel ehemals reichen Stadt bevor wir uns bei den Behörden das für die Benutzung kubanischer Gewässer notwendige Zarpe zu besorgen.

Jetzt geht unser kubanisches Segelabenteuer los. Nachdem der Zoll das Boot noch einmal kontrolliert hat motoren wir aus der Bucht und erreichen spät Abends die erste kleine Insel, Cayo Guano. Kurze Zeit nach dem Ankern wird der Halt des Ankers von einem Gewitter mit Windböen bis 34 Knoten geprüft. Die Ankerkette schließt bedingt durch die Winddrehungen ein inniges Verhältnis mit einem Korallenblock. Beim Anker auf Manöver am nächsten Morgen brauchen wir schon eine Zeit lang um die beiden halbwegs friedlich voneinander zu trennen. Normalerweise schaue ich mir durch die Taucherbrille solch eine verzwickte Lage erst einmal an um danach den richtigen Weg der Ankerkette zu erkennen. Drei Taucherbrillen liegen normalerweise an ihren Plätzen und warten darauf gebraucht zu werden. Doch jetzt, wo ich eine brauchen würde, ist keine einzige zu finden. Mehrere Male durchsuche ich die Kisten wo sie aufgehoben werden und finde außer einem Reserveschnorchel nichts mehr. Gut dass die Marina bewacht war und dass ich unterschrieben habe selbst für alles verantwortlich zu sein. Drei Kubaner haben jetzt Freude mit ihren neuen Taucherbrillen und ich sehe unter Wasser erst ein mal nichts. Eine Schwimmbrille hilft aus der Not, nur an das Atmen muss man sich gewöhnen.

Ich freue mich auf Cayo Largo, dort gibt es viele Hotels und wir wollen baldigst zwei neue Brillen kaufen. Der erste Tag entlang des Riffes ist spannend, meine Seekarten stimmen nur ungefähr mit den Untiefen überein. Am besten ist gutes Licht und genaues Schauen, dann sieht man wo dass Riff unterbrochen ist. Am Sichersten fühle ich mich aber trotzdem im dunkelblauen Wasser dort wo es mehr als 1000 Meter tief ist.

Wir ankern als nächstes von dem Cayo Ingles. Die Insel ist kahl und unbewohnt. Ein Paradies für die tausenden Seevögel die hier ihre Brutnester haben. Die Begrüßung ist stürmisch und lautstark, die Vögel geben uns zu erkennen dass wir sie stören.

Wir nutzen den einzigen Sandstrand der Insel, circa 10 Meter lang, die Vögel sind neugierig beobachten unser Treiben und gewöhnen sich schön langsam an uns. Am nächsten Tag fällt es uns leicht noch zu bleiben, ganz einfach den Ankerplatz weiter zu benutzen und wir schauen uns auch die Insel noch etwas genauer an.

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Im Hauptort der Insel Cayo Largo müssen wir uns bei den Behörden melden und uns einen Stempel für die Fahrerlaubnis abholen. Dafür legen wir in der Marina an, werden sogleich von einem sehr freundlichen Marinaleiter Namens Piri Piri begrüßt, der uns dann auch noch hilft die etwas diensteifrige Beamtin vom Zoll zu beruhigen. Wir sind von einem kubanischen Hafen der Küste entlang zum nächsten gesegelt, also Grund genug um das gesamte Schiff von oben bis unten noch einmal zu überprüfen. Piri Piri zeigt uns in seinem Büro bei der Anmeldung das Foto seiner österreichischen Wunschfreundin. Romy Schneider, in Sissitracht, schön gerahmt, hat einen fixen Platz auf seinem Schreibtisch.

Die Kubaner in der Marina sind ganz stolz darauf, dass Internet in ihrer Marina funktioniert. Auf meine Frage nach dem Code erfahre ich, ich müsse eine Karte kaufen und die gibt es in der Marina nicht. Die staatliche Telefongesellschaft betreibt einen Laden in der Stadt in den man ausschließlich Telefonguthaben kaufen kann. Dafür benötigt man einen gültigen Reisepass und ein bisschen Geduld. 1 CUC für eine Stunde und mit viel Geduld schaffen wir die Wettervorhersage für die nächsten Tage aus dem langsamen Internet herunterzuladen.

Wir wollen uns auf der ganz auf Tourismus eingestellten Insel noch neue Taucherbrillen kaufen, um die vielen schönen Riffe zu erkunden. Die Frage nach Taucherbrillen wird mit einem mitleidigen Lächeln beantwortet, so etwas gäbe es in ganz Kuba nicht. Wir wissen, dass es seit kurzen zumindest drei, wenn auch schon etwas gebraucht, gibt.

Als nächstes wollen wir die Insel erkunden. Wir leihen uns einen Motorroller und düsen damit kreuz und quer über die Insel. 15 Kilometer befestigte Straße sind schnell abgefahren, zu sehen gibt es nicht viel. In der Mitte stehen Reste alter Gebäude der ehemaligen Wassersammelstelle. Dahinter ein Teich wo ein Krokodil, Schildkröten und Leguane frei leben.

Wir sehen uns auch die Hotelanlagen an und fragen uns wer wohl auf die Idee kommen kann hier her zu fahren. Die meisten stehen leer und auch die kubanischen fünf Sterne Anlagen geben nicht viel her. Sehr schön ist der weiße, besonders feine Sandstrand an der Westseite von Cayo Largo. Wir erfahren auf dem Weg dorthin auch warum es besser ist ein Quart auf diesen Straßen zu benutzen.

Die schmalen Räder unseres Rollers graben sich regelrecht in die feine Sandstraße ein. Das vordere Rad ist nur schwer zum gerade Laufen zu motivieren und schafft es dann auch uns vom Roller mit einer Rolle abzuwerfen. Kilometerlanger schöner Sandstrand mit nur wenigen Besuchern entschädigt dann die schwierige und für den Lenker anstrengende Hinfahrt. Nach der Ankunft erfahren wir rasch wer diese Strände hauptsächlich besucht. Stechmücken, und die entdecken uns schnell als würdige Opfer und so sind wir froh wieder auf das Boot zurück kehren zu können.

Abends sehen wir wie Mücken auf Kubanisch bekämpft werden. …...

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Um die Marina verlassen und die nächsten Inseln besuchen zu dürfen holen wir uns wieder einen Stempel für unsere Fahrerlaubnis für das nächste Ziel. Wir wollen entlang des Außenriffes einige Inseln bis Juventud besuchen. Als erstes Cayo de Rosario. Spannend sind die Einfahrten durch das Außenriff. Tagsüber und bei schönem Wetter kein Problem, die Tiefen sind dann durch die Farben des Wassers leicht zu erkennen. Die elektronischen Karten die ich an Board verwende sind zu ungenau, es wäre leichtsinnig sie bei schlechter Sicht zur ersten Fahrt zu verwenden.

Noch bevor der Anker fällt kommt ein kleines Boot mit Fischern auf uns zu. Zwei freundliche Fischer freuen sich darüber dass wir hier sind. Wir sind das einzige Boot weit und breit und damit auch die einzige Einkunftsquelle für die zwei. Wir werden uns schnell handelseinig und drei Langusten wechseln im Gegenzug für einen halben Liter Speiseöl und einem kleinen Fläschchen Rum die Besitzer. Für den Rum und das Speiseöl habe ich in Panama drei USD bezahlt..........

Die Fischer warnen uns noch vor Mosquitos, die uns kurze Zeit später massenhaft besuchen.

Auf Cayos Aguardiente wo wir den nächsten Abend in einer schön geschützten Bucht mit Sandstrand ankern wiederholen sich die Angriffe und machen den Aufenthalt unangenehm.

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Auf Cayos Matias ist es dann erträglich, wir ankern weit draußen in der großen Bucht und es erreichen uns nicht all zu viele Mosquitos. Hier bleiben wir drei Tage und segeln dann zu den Los Dos Hermanos, ein Inselring an der Ostseite von Juventud. Bei Cayo Rabihorcado kommen Fischer zu Besuch und wir tauschen wieder Speiseöl und eine Seemanns Kappe gegen Langusten.

Als uns die Fischer dann zehn große Langusten bringen bezahlen wir freiwillig noch zehn CUC.

In der Nähe von Punta Arena sollte es tief genug sein um durch das Riff zu fahren. Vorsichtig fahren wir unter Motor, zwei Meter Tiefe, ein Meter Tiefe und dann zwingt mich die Spur vom aufgewirbelten Grund umzudrehen. Wir segeln bei angenehmen Wind wieder zurück nach Cayo Matias.

Wenig Wind und der gegen an, zwingt uns die 15 Meilen langen Strecke des nächsten Tages nach Cayo Campos aufzukreuzen. Kurz nach der Durchfahrt durch das Riff ist das Wasser hellblau, türkis und auch bräunlich. Der Tiefenmesser zeigt bei der Einfahrt nur noch einen Meter Gesamtwassertiefe an. Wir ankern in drei Meter Wassertiefe und werden kurze Zeit später von zwei Kubanern besucht. Sie stellen sich als Ranger des Naturparks vor und laden uns ein, sie auf der Insel zu besuchen. Die Farben des Wassers verlocken zum Schwimmen, aber die Strömung zwischen den Inseln ist so stark, dass es nur für eine kurze Abkühlung reicht. Wir besuchen die Ranger mit gekühlten Bier und werden im Gegenzug mit frisch gebratenen Fisch verwöhnt. Trotz versuchter Mückenabwehr, die Ranger besprühen uns mit Gift, gehen wir nur ein kurzes Stück auf der Insel spazieren. Es ist windstill, sehr heiß und die Luft ist voll mit Mosquitos, wir ziehen uns bald wieder auf das Boot zurück.

Beim Inselrundgang am nächsten Tag möchten wir die hier lebenden Affen sehen, sie aber uns nicht. Wir glauben ihre Spuren im Sand zu sehen und fotografieren wenigstens diese. Später zeigen wir dann den Rangern die Fotos und die sagen sofort diese Spuren stammen eindeutig von Krokodilen. Wir tauschen bei den zwei freundlichen Männern noch Lebensmittel von uns gegen Fisch, und als Draufgabe gibt dann von uns auch noch alte Leinen die sie für ihre Pferde brauchen.

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Zurück in Richtung Cayo Largo segeln wir innerhalb der Lagune, es hat überall zwischen 3 und 5 Meter Wassertiefe. Wir ankern weit weg von der nächsten Insel im Golfo Batabano, trotzdem quälen uns am Abend wieder Mosquitos. Zurück in Cayo Largo besorgen wir uns nur den Stempel im Zarpe und verlassen die Marina am gleichen Tag um draußen vor dem schönen Sandstrand zu ankern. Wir besuchen auf dem Weg nach Trinidad noch einmal die Vogelinsel und genießen den Abend dort ohne Mosquitos.

Blauer Himmel, keine Welle es ist fast windstill. Es macht nicht viel Sinn die 80 Seemeilen unter Motor zu fahren, und so treiben wir mit ein bis zwei Knoten umher. Das Wasser beruhigt sich ganz und sieht jetzt wie ein Spiegel aus. Wir gehen schwimmen, das dunkelblaue Wasser in unseren großer Pool ist hier 2300 Meter tief. Nach ein paar Stunden kommt Wind auf, und wir erreichen die Marina in Trinidad am nächsten Vormittag.

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Wir ankern vor der Marina, der Marinero hätte gerne dass wir in der Marina an den Steg gehen, aber ich bestehe auf ankern. Diese Marina bietet für 30 CUC pro Tag überhaupt nichts. Der letzte Hurrikan hat die Stege teilweise zerstört, die Sanitäranlagen sind gesperrt, Restaurant und Bar geschlossen. Vor Anker liegend muss man auch 10 CUC bezahlen, dafür darf man aber auch alle Anlagen der Marina benutzten. Der Stempel für das Zarpe funktioniert schnell und problemlos.

Die Stadt Trinidad liegt circa 15 Kilometer von der Marina entfernt. Wir fahren mit dem Taxi, ein Oldtimer, pro Fahrt 10.- CUC, Lada, Moskvich oder andere fast neuwertige Fahrzeuge kosten

8.- CUC. Als erstes wollen wir einen Leihwagen mieten um auch die Umgebung erkunden zu können. Im großen Hotel neben der Marina sagt man uns dass sei nur im Stadtbüro möglich. Wir fahren hin und erfahren dass es zur Zeit keinen Leihwagen gibt. Das zweite Büro im Zentrum ist geschlossen, niemand da. Wir warten und haben Glück, kurz vor Büroschluss kommt der Zuständige um uns zu sagen dass es zur Zeit keinen Leihwagen gibt.

In den nächsten zwei Tagen sehen wir uns Trinidad an, ich möchte nach dem Wochenende noch einmal wegen eines Leihwagen fragen. Im Hotel steht angeschrieben, Internet WIFI. Um die notwendige Karte für einen Zugang zu kaufen stellen wir uns brav in die Warteschlange um dann zu erfahren leider nein. Heute nicht, die Karten sind ausgegangen, ich soll mir eine neue in der Stadt besorgen. Karte kostet 1.- CUC, Taxi um sie zu besorgen 16.- Wir verzichten auf das ohnehin sehr langsame Internet. Stattdessen benutzen wir den Hotelstrand für einen Spaziergang. Unsere Schuhe stellen wir bei einer Hotel eigenen Sonnenliege ab. Für uns zahlungskräftigen Touristen wird selbst der Strand bewacht. Als wir nach zwei Stunden zurückkommen ist die Sonnenliege noch da, von den zwei Paar Schuhen leider nur mehr eines. Meine vor kurzem in Panama gekauften Puma werden von nun an von jemand anderen getragen.

Montag zweiter Leihwagen besorgungs Versuch. Im ersten Büro ist man richtig entsetzt, Leihwagen in den Ferien, um diese Zeit, also vor September brauchen wir gar nicht fragen. Dass Selbe hören wir dann auch noch im zweiten Büro. Warum sie uns dass nicht schon am Freitag sagen konnten wird ein Rätsel bleiben oder es ist ganz einfach eine Kubanische Lösung.

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Wir beschließen früher nach Cienfuegos zurück zu segeln um dort einen Leihwagen zu nehmen.

Nicht weit entfernt von der Marina ist die Staatliche Leihwagenfirma, jedes Mal wenn ich vorbei ging standen fünf oder sechs Leihwagen bereit. Leider konnte ich das letzte Mal nicht fragen weil dass Büro nicht besetzt war. So auch dieses Mal, niemand weiß wann möglicherweise eine zuständige Person kommt. In einer Stunde vielleicht, oder Morgen, wir warten eine Zeit lang, es kommt niemand. Ein Fahrradtaxifahrer spricht uns an, er meint da kommt heute sicher niemand mehr. Er weiß aber wo wir in der Stadt eine Auto Mieten könnten und bringt uns gleich dort hin. Dort ist ein Zuständiger anwesend und erklärt uns vor September brauch wir gar nicht reservieren. Ja aber es gibt noch einen Vermieter und noch einen, alle haben Autos stehen, alle angeblich schon Reserviert. Nun ist unser Fahrradtaxifahrer mit seiner Weisheit am Ende und will seinen Lohn für seine Überzeugende Arbeit haben. Nach dem alle Ausländer sehr Reich sind und normalerweise ein Monatslohn in Kuba circa 20 CUC beträgt, scheint es ihm gerecht zu sein von mir für die eine Stunde Radfahren 50. CUC zu verlangen.

Ich schlage ihm 5.- CUC vor und es entsteht Streit. Erst nachdem ich ernsthaft nach der Polizei verlange ist er bereit sich mit 15.- CUC zufrieden zu geben.

Ein Freund von ihm ist bereit uns mit seinem Moskvich die Umgebung von Cienfuegos zu zeigen. Wir einigen uns auf 120.- CUC pro Tag inkl. Fahrer und Benzin und machen einen sehr schönen Ausflug zu den Wasserfällen von El Nicho. Vorher besuchen wir noch einen Bauernmarkt in einer Kleinstadt. Auf der Strecke lernen wir eine Familie, Bauern mit kleiner Kaffeeplantage kennen. Besichtigung ihrer kleinen Finca, Kaffeeprobe und auch gleich Essen wird uns geboten, und dass ohne CUC bezahlen zu müssen. Dass ist Kuba wie ich es bei meinen ersten Aufenthalt vor drei Jahren kennenlernte und von dem ich so begeistert war. Man kann den Einfluss vom Tourismus nicht mehr übersehen. Die Leute die mit zahlungskräftigen Ausländern zu tun haben, erkennt man an der in Kuba sonst nicht üblichen üppiger Figur.

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Montag 30.7. 2018 vorletzter Tag, wir werden von unseren Privattaxi um 10h von der Marina abgeholt um nach Havanna zu fahren. Eine kurze Besichtigung der Umgebung des Hotels National und ein Besuch des bekanntestes Eissalons Havannas steht noch auf unserem Programm. Im Eissalon Coppelia werden wir nicht sehr freundlich angewiesen uns in die lange Schlange der schon Wartenden einzureihen. Wir verzichten mangels Zeit uns ein paar Stunden anzustellen und fahren direkt zum Flughafen um rechtzeitig Margits Flug nach Amsterdam zu erreichen.

Für die Rückfahrt habe ich geplant irgendwo auf der 300 Kilometer langen Strecke Obst und Gemüse für die Überfahrt nach Guatemala zu kaufen. Als ich meinen Fahrer ersuche meine gewünschten Einkäufe einzuplanen, lacht er nur, und erklärt mir Gemüse und Obstmarkt sei nur Samstags, die anderen Tage sei es sehr schwierig oder gar unmöglich zu besorgen.

Meinen letzten Tag in Kuba beginne ich voller Elan, etwas früher aufstehen, Frühstücken und gleich danach ins Hotel Jagua. Eine der wenigen Orte wo es möglich ist Internet zu nutzen. Ich möchte noch das aktuelle Wetter für die nächsten Tage und nach Hause Telefonieren. Dazu benötigte ich wieder eine Internetkarte, kostet pro Stunde einen Cuc, ca 0,90 Eurocent. Die eine Stunde hält dann bis zu vier Stunden weil Internet nur wenn es funktioniert abgerechnet wird. In Kuba braucht man viel Geduld, um eine Telefonverbindung zu bekommen. 10 bis 20 versuche sind keine Seltenheit. Dieses Mal schaffe ich 20 Minuten Telefonieren und Wetter herunterladen in drei Stunden.

Mein nächster Weg ist zum Marina Büro um den Aufenthalt hier zu bezahlen. Auf dem Schild auf der Tür steht offen, es ist aber zu gesperrt, niemand da. Meine Frage an einen zufällig vorbeigehenden Marinero wird beantwortet mit es sei momentan niemand da. Das hätte ich ohne ihm sicher nicht bemerkt. Ich frage wann ich meine Rechnung begleichen kann, seine Antwort, sobald die dafür zuständige Person im Büro ist. Meine nächste Frage wie lange dass dauern kann, wird mit einem Achselzucken beantwortet.

Nach einer knappen Stunde kommt der Zuständige und ich darf die offene Rechnung bezahlen. Ohne der Zahlungsbestätigung ist es Ausklarieren nicht möglich. Ich möchte noch Diesel für die Fahrt nach Guatemala tanken, meine Frage nach Diesel wird beantwortet mit ist zur Zeit nicht möglich, weil die Pumpe der Zapfsäule ausgefallen ist. Ich könne aber mit Kanistern bei der einen Kilometer entfernten Tankstelle an der Straße mir welchen besorgen. Ich Danke für den guten Tipp und beschließe Kuba ohne Tanken zu verlassen.

Mit allen notwendigen Papieren gehe ich als nächstes zur Immigration um mir das notwendige Zarpe zum verlassen Kubas zu besorgen. Öffnungszeit angeblich 24 Stunden. Auch hier ist die Tür verschlossen, ein davor im Schatten rastender Kubaner sagt mir die zuständigen Herren seien Essen und würden in ungefähr ein bis zwei Stunden kommen.

Ich habe Glück, die Beamten erscheinen schon nach einer Stunde. Sichtlich genervt, normalerweise ist es wegen des notwendigen Verdauungsschlafes sehr ruhig in den Büros, fertigen sie meine Ausreise Papiere. Jetzt fehlt nur noch der Zoll und eine letzte Kontrolle des Schiffes. Ich habe das Schiff schon abreise fertig gemacht, alle Fenster sind geschlossen, und die Beamten beginnen schnell zu schwitzen. Ihr Aufenthalt auf dem Schiff ist sichtlich nicht angenehm und ihre Suche nach versteckten Zigarren oder ausreisewilligen Kubanern ist rasch abgeschlossen.

Ablegen funktioniert genau so wie auch anlegen, die Marineros sitzen gemütlich im Schatten, auf die Idee beim Leinen lösen zu helfen kommt keiner. Nach ein paar Minuten Fahrt öffne ich wieder alle Fenster und genieße die frische Seeluft. Fünf Knoten Wind, glatte See und circa 600 Seemeilen liegen die nächsten Tage vor mir.

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