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2018-12-10 15:43

Bericht Balearen Spanien 2011

 

Ich segle Kurs West 270° direkt in den Sonnenuntergang.

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Nach dem Regen gestern ist die Luft klar und ausgezeichnete Sicht. 21h die Sichel des halben Mondes legt eine Lichtspur quer über das Wasser. Der Wechsel vom Tag in die Nacht wie in einem kitschigen Film. Tausende funkelnde Sterne, über mir, was für eine Nacht. Der Wind von West wird stärker, ich reffe die Segel um etwas mehr Ruhe in das Boot zu bekommen. Bei Wellen über 3m höre ich wie die ersten Gegenstände ihren Platz unfreiwillig verlassen. Viel überkommendes Wasser, nach vorne sehe ich nicht mehr. Das Radar übernimmt das Sehen für mich. Ich stelle es ein auf 8 Seemeilen und ziehe mich in den trockenen warmen Salon zurück. Gemütlich die Füße hochgelagert und schon geht es los, Radaralarm, ein großer kreuzt meinen Weg. Also wieder raus und Radar beruhigen. Delfine begleiten mich eine Weile ich beobachte wie sie hinter mir aus dem Wasser springen und kreuz und quer unter dem Boot durchtauchen.

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Beneide sie die haben kein Problem mit den mittlerweile noch höheren Wellen, beim Bergauffahren muss ich mich festhalten, Bergab beschleunigt Bright Star um bis zu 2 Knoten. Nach Mitternacht mache ich eine Wende, werde es näher an Land versuchen. Hier sind die Wellen nicht mehr so hoch dafür aber mehr Verkehr.

 

 

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 Statt auf die Großen muss ich nun auf Fischer und andere Segler aufpassen. So um 2h herum dreht eine starke Böe Bright Star unerwünscht im Kreis. Kämpfe um wieder auf den richtigen Kurs zu kommen verliere dabei aber meinen letzten Köder. Fehler von mir, in der Nacht und bei diesem Seegang sollte man nicht mehr Fischen. Nächster Schock, kontrolliere die Anzeigen unter anderen auch die Wassertemperatur, 16,4 Grad, gestern waren es noch 27. Jetzt auch noch Gegenstrom, starte eine Maschine möchte Malaga unbedingt erreichen, morgen kommen meine Freunde.

 Im weiteren Verlauf dieser Nacht schlägt das Radar noch mehr als 20 x Alarm. Zwischen 6 und 7h wird es ruhiger und es geht sich sogar eine halbe Stunde Schlaf aus. Um 7h15 bricht der neue Tag an, gerüstet mit der Kamera in der Hand warte ich auf die ersten Strahlen der Sonne. Wassertemperatur 15,8° brr grauslich. Der Atlantik schiebt riesige Wassermengen durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer, bereits100 Seemeilen voraus spürt man den Wasseraustausch. Beim Gedanken dass ich Tauchen sollte um die Angelschnur aus dem Propeller zuschneiden wird mir richtig kalt. Beschließe zu warten bis das Wasser wieder wärmer ist. Ich feiere den neuen Tag mit Tee einer Schüssel mit Obst und einem Tanz zu Bob Marley’s could you be Love. Beim anschließenden Rundgang über mein Schiff finde ich einen fliegenden Fisch auf Deck. Der arme ist auf der Flucht vor einem gefräßigen Feind direkt in den Tod geflogen.

Nur noch 3282 Nautische Meilen bis Barbados. In der Karibik sind die Wassertemperaturen das ganze Jahr angenehm. Na ja ein paar Tage liegen da noch dazwischen.