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2018-12-10 15:34

Bericht Trafalgar bis Cadiz 2011

 Mit gemütlichem Tempo segelt mein Boot entlang der spanischen Küste in Richtung Portugal. 6 Stunden lang etwas schneller mit dem Strom und dann wider 6 Stunden langsamer gegen den Strom. Der Ankerplatz für die Nacht ist offen gegen Westen und daher auch etwas Schwellig. Dafür aber liege ich vor einem Schönen Strand und ins Hinterland ziehen sich lange hohe Sanddünen. Am nächsten Tag segeln wir an Kap Trafalgar vorbei. In Gedanken bin ich bei der großen Seeschlacht in der Horatio Nelsen für England die Oberhand über die Meere gewann. Für mich hat er selbst eigentlich nicht gewonnen, er wurde von einer Gewehrkugel getroffen und starb. Fast die gesamte Französische Flotte und ein Großteil der Spanischen wurden zerstört. 400 Schiffe versuchen Seite an Seite zu fahren um sich dabei mit Kanonen zu beschießen. Tausende Menschen bezahlten mit ihrem Leben.

 Momentan ist die See total Friedlich, sanfte lange Wellen schieben mich über diesen geschichtsträchtigen Ort. Warum müssen Menschen Krieg führen, anderen etwas wegnehmen, wozu Leben vergeuden? 

Am Abend erreichen wir Puerto De Conil.

Hafenamt 

 Kein Platz für meine Größe, der Hafenmeister weist uns einen Platz längsseits an einem Fischerboot zu. Er steht bereits auf dem Fischerboot um unsere Leinen entgegenzunehmen, und versteht dann nicht warum ich ablehne. Lieber ankere ich vor dem Hafen, als festgebunden an dem rohen Eisenkahn mit einer besonderen Duftnote. Die Hafenbefestigung reicht so weit hinaus das wir auch hier ohne Schwell dafür aber im sauberen Wasser ankern und auch noch schwimmen gehen können. Wassertemperatur wird jeden Tag wärmer hier schon wieder 24 Grad.

Bei traumhaftem Sommerwetter geht es am nächsten Tag ziemlich flott nach Cadiz. Meine Gäste wollen in die Marina doch die hat keinen Platz für uns. Also sparen wir uns das Geld und hängen Bright Star vor der Stadt an unseren Bügelanker. Nach dem Ankerschluck machen wir uns Stadtfein, rein ins Dinghy und ab auf Besichtigungstour, Essen gehen und Einkaufen.

Stadtmauer CadizCadiz Stadtmauer                                                 

Die Altstadt ist von einer mächtigen Mauer umgeben, viele enge Gassen und Kirchen. Den Mittelpunkt bildet der große Dom der scheinbar Probleme mit der Zeit hat. Der Sandstein löst sich auf, nur wo Mamor verwendet wurde ist noch der Glanz der alten Zeit sichtbar.

 

 

Malaga DomSeit Palermo habe ich nicht mehr so viele arme Leute gesehen. Bettler, Sandler und Säufer, fühle mich auch nicht richtig wohl hier, also Cadiz sicher nur ein Besuch. Beim Zurückgehen zum Boot suchen wir nach einem Restaurant, gehen ein paar Kilometer und finden keines. Meine Frage nach Essen, in einem Bierlokal voll mit Einheimischen die sehr laut diskutierend für eine Atmosphäre wie in einem Fußballstadion sorgen, bekomme ich die Antwort Si Senjor. Etwas skeptisch wir wollen weiter, aber dann siegt der Hunger, und wir bestellen was uns empfohlen wird. Die Muscheln der Tintenfisch und das Kalbsschnitzel schmecken hervorragend, und das unter 10 Euro inkl. 2 Bier pro Person. Nach dem Einkaufen gehen wir vollbepackt mit vielen notwendigen Dingen ( Wein ) zurück zum Dinghy. Nebenbei erwähne ich, bin schon neugierig wie weit sich das Meer zurückgezogen haben wird. Und tatsächlich liegt das Beiboot trocken und hoch neben der Mauer wo wir es angebunden haben. Zu dritt kein Problem und so tragen wir das Beiboot ungefähr 40 Meter dem Meer nach. Am nächsten Tag lese ich der Karte Gezeitenunterschied 3,8 Meter. Im Atlantik herrschen andere Gesetzte als im Mittelmeer, schön langsam sollte ich mich daran gewöhnen.