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2018-12-10 14:49

Gran Canaria Juli – Dezember 2012

26. Juli, Kurs 280° von der Suedspitze Fuerteventuras nach Gran Canaria Las Palmas sind es 52 Seemeilen. Wind aus Nordost 10 -15 Knoten ermoeglicht eine ruhige Ueberfahrt mit 6 – 7 Knoten Geschwindigkeit. Nach knappen 8 Stunden liege ich festgemacht am Empfangssteg der Marina.

Nach 12 Wochen nur vor Anker nutze ich die Annehmlichkeiten von fixen Wasseranschluß und Stromverbindung. Bright Star wird von Staub und Salz befreit, die Waschmaschine ist zwei Tage lang ausgelastet. Staubsauger, Kaffeemaschine und andere Stromfresser duerfen wieder ihren Dienst versehen. Und das alles fuer 0.152 Euro pro m² ergibt bei meinen 90m² 13 Euro, in Europa die bis jetzt billigste Marina. Die anderen Marinas auf den Kanaren verlangen fuer mein Boot zwischen 30 und 40 Euro. Die Marina liegt guenstig mitten in der Stadt und man bekommt hier alles. Trotzdem findet man auch ohne zu reservieren Platz, außer im Oktober und November dann blockiert die ARC hier alles. 250 Segelboote die organisiert gemeinsam ueber den Atlantik nach St. Lucia fahren. Liegeplaetze in der Marina gibt es in der Vorbereitungszeit zur Rally nur fuer Teilnehmer. Am Ankerplatz vor der Marina zaehlte ich im Sommer 3 Boote, kurz vor dem Start der ARC waren es mehr als 60. Die meisten fahren in den Spuren der ARC in Richtung Karibik oder Cabo Verde.

1 ARC1 Marina Las Palmas

Meine Stegnachbarn Bernhard Beate und Alexander die ich schon in La Graciosa kennenlernte empfehlen mir Rene, ein Deutscher der hier in der Marina auf seinem Boot lebt. Rene holt und bringt uns Segler zu jeder Tages und auch Nachtzeit fuer 20 Euro zum Flughafen, außerdem vermietet er seine Autos auch zum Preis fuer 20 Euro pro Tag. Wenn man irgendetwas braucht Rene besorgt es oder weiß zumindest wo man es zum guenstigsten Preis besorgen kann. Der gute Mann ist jederzeit unter der Tel. Nummer 697908947 zu erreichen.

2 ARC Boote2 Rene

Mit meinem Board Fahrrad  erkunde ich 3 Tage lang Las Palmas. Unweit der Nordspitze ca. 10 km von der Marina entfernt habe ich dann keine Luft mehr im Hinterreifen. Egal gehe ich eben das Rad schiebend spazieren, mit geringerer Geschwindigkeit sieht man mehr von der Umgebung. Mit neuem Schlauch im Hinterreifen fahr ich am naechsten Tag ins Industriecentrum am Ende der Stadt. Bei einer Tankstelle nutze ich das Service und Pumpe meine Reifen voll. Nach ein paar km ist die Luft wieder draußen. Ich schiebe mein Rad wieder mehr als 10 km zurueck. Im Fahrradgeschaeft  wo ich den Schlauch gekauft habe wird mir der kaputte anstandslos ersetzt und auch gleich ausgewechselt. Beim aufpumpen erklaert mir der Mechaniker dass der Schlauch nicht mit zu viel Druck gefuellt werden darf. Jetzt faellt mir ein dass ich am ersten Tag auch an einer Tankstelle Luft getankt habe, und dass nach dem Motto lieber ein bisschen mehr kostet ja nichts.

3 Las Palmas Baum4 Las Palmas Festung

 

 

 

 

 

 

 

7 Las Palmas Altstadt8 Las Palmas Kathedrale

 

 

Las Palmas ist eine richtige Großstadt, ich radle jeden Tag einige km durch die Stadt. Die Altstadt ist sehenswert, abwechslungsreiche Fassaden, die Catedral de Santa Ana, Casa de Colon und besonders gut gefaellt es mir auf den Maerkten. In einem Vorort werden fuer das Fest anlaesslich der Virgen del Carmen die Haeuser und auch Straßen geschmueckt. Tonnenweise grobes Meersalz das eingefaerbt zu Bildern verarbeitet wird, Kunst und Spaß im Namen der Kirche. Tagsueber gibt es schon Schaumparty fuer Kinder, und die Nacht ist dann lange laut fuer alle.

5 Straßenschmuck zur Ehre von Virgin del Carmen6 Salzbilder

Laut einer Studie von 1996 ist Las Palmas die Stadt mit dem angenehmsten Klima der Welt. Bis mittags Radfahren dann Siesta und ab 17h wieder unterwegs, so laesst es sich hier gut aushalten. Wechsle vom Rad auf einen Leihwagen von Rene und starte zur ersten Inselerkundung. Im Norden der Insel stauen sich die Passatwolken hier ist die Insel auch im Sommer gruen. Bananenplantagen und Weinbau sind die Haupteinnahmequelle der Landwirtschaft. Obst und Gemuese das an den Maerkten angeboten wird stammt von hier. Hier waren auch die Hauptstaedte der zwei Koenigreiche der Guanchen die Ureinwohner der Insel. Als die Spanier 1478 in Las Palmas landeten trafen sie auf ein Volk das weder den Gebrauch des Rades noch der Metallverarbeitung kannte und der Seefahrt offensichtlich unkundig war. Die Guanchen wiedersetzten sich der Spanischen Invasion und wurden in nur wenigen Jahren ausgeloescht. Viele stuerzten sich die Felsen hinab um den Spaniern nicht in die Haende zu fallen.

In Arucas ueberragt die Kathedrale ein neugotischer Bau aus blau grauem Vulkangestein die Stadt. Die Gassen mit den bunten Haeusern und vielen kleinen Kaffees laden zum Spaziergang ein. . Der Drachenbaum einer der letzten ueberlebenden der Eiszeit ist hier auch zu sehen, er wurde von den Guanchen fuer Medizinische Zwecke verwendet. Weiter geht es ueber Berge die dicht mit Kiefern bewachsen sind. Die Kanarische Kiefer wird bis zu 60 m hoch, und ihre harzige Rinde uebersteht sogar Waldbraende, sodass die Baeume mehrere Hundert Jahre alt werden. Vom Rand eines Vulkankraters hat man einen schoenen Ueberblick ueber den Norden der Insel und sieht auch wie weit sich die Stadt Las Palmas ausgebreitet hat.

9 Arucas12 Blick von den Bergen nach Las Palmas

 

Ein Insider Tipp ist Teror. Die Stadt mit ihrem Kopfsteinpflaster in spanischer Kolonialarchitektur ist das religioese Zentrum der Insel. Das historische Viertel ist vollstaendig restauriert ein museales Ausstellungsstueck, Gran Canaria wie es einst war. Die erste Frau von Simon Bolivar stammt von hier, die Plaza Teresa de Bolivar ist sehenswert.

14 Teror15 Teror Plaza Teresa de Bolivar

Durch das Zentrale Bergland geht es in Richtung Sueden. Hinter jeder Straßenkurve eroeffnet sich ein neuer fantastischer Ausblick. Der Roque Nublo ( Wolkenfelsen ) ist eines der Wahrzeichen der Insel. Die beiden Felsen auf dem Gipfel, der groeßere ist 65m hoch, werden im Volksmund Vater und Sohn genannt. Mandelbaeume und Palmen umgeben die Doerfer, Artenara ist die hoechstgelegenste Besiedelung auf Gran Canaria. Die ersten Einwohner schlugen einfache Behausungen in die Felsen. Viele sind auch heute noch bewohnt, die Guanchen urspruenglich Besitzer aber wuerden ihre Hoehlen die heute mit Telefonen und Satelliten schuesseln ausgestattet sind kaum wiedererkennen.

11 Im Norden Gran Canarias12 Blick von den Bergen nach Las Palmas

 

 

 

 

 

 

 

16 Roque Nublo17 Im Zentralen Bergland

Das Gran Canaria der Reisekataloge beginnt im Sueden. Vorbei an einem Stausee wo ein paar Leute Zelten geht es in Serpentinen eine Straße die in eine steile Felswand geschlagen wurde nach Porto Mogan. Hier nimmt der Verkehr merklich zu und viele Leute mit sehr heller Haut sind unterwegs zu den kuenstlich angelegten Straenden. Die Passatwinde bleiben im Zentralen Bergland haengen hier scheint das ganze Jahr ueber die Sonne. Mogan ist ein netter bunter Hafen ganz auf Tourismus ausgerichtet. Unzaehlige Restaurants und Geschaefte fuer Souvenierjaeger.  Die neue Autobahn ermoeglicht den Besuchern ohne Kulturelle Umwege eine rasche Anreise vom Flughafen in ihr Urlaubs Domizil. Wo einst staubige Tomatenfelder lagen, wird inzwischen die reichste Ernte Gran Canarias eingefahren. Nirgendwo sprudeln die Einnahmen aus dem Tourismus reicher als an der Playa del Ingles. Kilometer weit reiht sich Hotel an Hotel, Vergnuegungsparks sorgen fuer Abwechslung und dafuer dass den Besuchern nicht fad wird. Die Dunas de Maspalomas gehoeren zu den Landschaftlichen Highlights der Insel, sind aber vollstaendig von Hotelanlagen umschlossen, und so nur auf Umwegen zu erreichen.

19 Stausee20 Serpentinen

 

 

 

 

 

 

 

21 Duenen von Maspalomas22 Hotel

Auf der Autobahn geht es nun zurueck nach Las Palmas. Hier ist alles verbaut, Hier findet man ein großes Angebot von Supermaerkten aller Art. Zwischen den Haeusern und Wohnanlagen wird der verbleibende Platz von Gewaechshaeusern ausgefuellt. So faellt es mir leicht wieder in die laute und abends hektische Metropole zurueckzukehren wo ich mich auf mein Schiff zurueckziehen kann.

 

23 Ankerplatz Las Palmas24 Regatta am Ankerplatz