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2018-12-10 16:39

Madeira

Montag 7. Mai 2012, ein neues Abenteuer liegt vor mir. Ungefaehr 5oo Seemeilen von Marokko nach Madeira. Mit dabei mein langjaehriger Freund Josef und Wolfgang der mich auch schon das vierte Mal begleitet und fuer den es die erste Langstrecke ist. Zuerst habe ich Bedenken wegen des Wetters, meine Freunde haben nur etwas mehr als zwei Wochen Urlaub. Wenn aber der Wind aus Westen kommt mueßten wir kreuzen, das wuerde die Stecke aber sicher verdoppeln, und dann koennte die Zeit knapp werden.

Ich hole meine Freunde in Marrakesch ab. Ein Tag Stadtbesichtigung und dann mit dem Zug nach Rabat wo Bright Star schon auf uns wartet. Den naechsten Tag verbringen wir mit Bunkern fuer die Ueberfahrt und Stadtbesichtigung Rabat. Dann wird es Hektisch, der Wind hat gedreht von Nordwest auf Nordost. Wir beschließen die Abreise fuer den naechsten Tag. Helmut und Silvia Bogner mit ihrem Katamaran Onotoa wollen ebenfalls nach Madeira, wir werden versuchen in Funkreichweite zu bleiben.

Am Abreisetag geht wir vormittags noch einmal einkaufen, frisches Brot und Kuchen, danach ins Buero der Marina um zu Bezahlen. Die letzte angenehme Ueberraschung in Marokko, ich bezahle fuer 19 Tage 2137,45 Dirham, umgerechnet etwa 11 Euro pro Tag. Zum Vergleich, in Gibraltar bezahlten wir letztes Jahr 35 Euro und in Portugal Villamoura waren es 80 Euro pro Tag. Mittags geht es dann zum Zollsteg – Zollformalitaeten – Ausklarieren. Helmut war tanken, ich habe leider in Lissabon vollgetankt. Diesel in Portugal 1,70 und hier 1.-

Durch die Ausfahrt zum Atlantik geht es nach den Anweisungen eines Lotsen. Groß und Genua gesetzt, Motor aus, und so bleibt es die naechsten fuenf Tage. Die ersten zwei Tage Wind 5 – 6 Beaufort und hohe Welle von der Seite. Wolfgang wird das erste Mal in seinem Leben Seekrank, meistert diese unangenehme Situation aber tapfer. Tag drei, vier und fuenf ist es gemuetlicher an Board, der Wind laeßt nach und wir erreichen gegen 11h die erste Insel im Archipel Madeira, Porto Santo.

Der Anker faellt vor dem Hafen Vila Baleira in schoenes tuerkises Wasser, die Bucht ist Windgeschuetzt und Kilometerweit feiner heller Sand. Idealerweise auch unter dem Boot, der Buegelanker verschwindet darin.

1 Josef und Wolfgang beim Flaggenwechsel2 Crew Onotoa und Bright Star

 

Landgang, zuerst einklarieren, Schiffspapiere ein paar Fragen, ein freundlicher Beamter unkompliziert und schnell fertig. Nach der Farbe der Segel bin ich allerdings noch nie gefragt worden. Auf dem Fußmarsch in den Hauptort der Insel stelle ich fest dass die Blumen nach fuenf Tagen auf dem Meer viel Intensiver Riechen als sonst. Wir bleiben drei Tage auf Porto Santo, erkunden zu Fuß die Insel und besteigen den Pico do Castelo einen Vulkankegel von wo man einen schoenen Rundblick ueber die Insel hat. In 50 km Entfernung sieht man die Bergspitzen Madeiras aus den Wolken ragen.

Christi Himmelfahrt, 17. Mai. 2012. Wir segeln von Porto Santo nach Madeira in die Baia de Abra sind es 30 Seemeilen. Eigentlich habe ich mir Madeira gruen vorgestellt, aber hier ist alles kahl. Der Oestlichste Inselzipfel Ponta de Sao Lourenco besteht nur aus Felsen. Positiv ist wir sind alleine hier keine anderen Segler und der Ankergrund ist gut. Wir bleiben ueber Nacht, und starten am naechsten Tag unsere erste Wanderung auf Madeira. Meine Bedenken bezueglich des Anlandens in der Brandung werden in den Wind geschlagen. Ich hatte Unrecht, mit der richtigen Welle angespült  kamen wir trocken an den Strand.  Die Halbinsel Sao Lourenco mit ihrer Spektakulaeren Felsenkueste ist total trocken, belohnt aber die Muehe des vielen Treppensteigens mit schoenen Ausblicken. Auf dem Rueckweg sahen wir schon von weitem Helmuts Dinghy, leider nicht mehr auf dem Platz wo wir es verlassen hatten. Es schwamm umgedreht mitsamt Motor im Wasser, ungefaehr 100 Meter von der Stelle entfernt die wir als sicher genug wegen der Brandung dachten.

Weiter geht es vorbei an der halbvollen Marina von Canical nach Machico. Von weiten sieht man die einzige Gerade Flaeche von Madeira die Start und Landebahn des Flughafens die auf Stelzen ueber das Meer hinausragt und wie eine unfertige Autobahn aussieht. Die Bucht von Machico ist vor dem meist aus Nord kommenden Wind gut geschuetzt und der Anker haelt gut im schwarzen Vulkansand. Nach Besichtigung des Ortes, eingekauft, Bussfahrplan besorgt und als Kulinarische Kroenung gibt es abends die Fischspezialitaet  Madeiras Espada. Ein nicht sehr schoener schwarzer Fisch, der aber mit dem Geschmack seines zarten weißen Fleisches sofort davon ueberzeugt nicht der letzte gewesen zu sein.

3 Landebahn Flughafen Funchal

 

Am naechsten Tag fahren wir mit dem Autobus nach Marocos um von hier aus den ganzen Tag die Levada do Canical zugehen. Es ist ein gemuetlicher Spaziergang entlang des Bewaesserungskanales der den trockenen Norden der Insel mit Wasser versorgt. Auf den Weg grueßen uns Bauern die Zuckerrohr ernten, es geht entlang von kleinen Feldern die muehevoll Terassenfoermig in den Hang angelegt wurden. Der Weg wechselt aus dicht besiedeltem Kulturland in tief eingeschnittene Thaeler mit urspruenglicher Natur. Dank meiner zahlreichen Fotostopps, jede Blume ist es Wert genauer betrachtet zu werden, verlaengert sich der Weg von den ausgerechneten drei Stunden fuer 11 km in sechs Stunden. 

5 Feld6 Verpflegung unterwegs

Am 20. Mai. Segeln wir die restlichen 12 Seemeilen nach Funchal. Josef und Wolfgang haben in drei Tagen ihren Rueckflug und vorher moechten wir noch Funchal besichtigen und auf einer Inselrundfahrt zumindest einen Ueberblick ueber die Insel zu erhalten.

Wir ankern im Schutz des Hafens und machen uns mit den Schiffspapieren auf den Weg zum Einklarieren. Ein freundlicher Beamter  bei der Hafenpolzei erklaert uns es sei nicht notwendig da wir aus der EU kommen. Gut erledigt, naechste Station Marinabuero. Nach der Auskunft Liegegebuehr pro Tag 80 Euro beschließen wir draußen vor Anker zu bleiben.

Der erste Streifzug durch die Stadt begeistert dann alle, alte Haueser erinnern an die Kolonialzeit eine saubere Stadt mit vielen Parkanlagen in denen tropische Blumen und Baeume eine Herausforderung fuer meinen Fotoapparat sind. Hier merkt man sofort dass Madeiras Ruf als Blumeninsel gerecht ist. Die wegen ihrer ueppigen Blumenpracht oder auffaelligen Form kultivierten Gewaechse wurden aus aller Welt importiert. Im 16. Jh. brachten zunaechst die portugiesischen Entdeckungsfahrer bis dahin unbekannte Pflanzen aus Afrika, Asien und Suedamerika mit nach Madeira. Hier sollten die empfindlichen tropischen Arten allmaehlich an ein kuehleres Klima gewoehnt werden um sie spaeter in den Koeniglichen Gaerten von Lissabon und Sintra zu kultivieren. Im 18.und 19. Jh. waren es britische Weinhaendler  die sich gegenseitig damit ueberboten Parkartige Gaerten mit botanischen Raritaeten aus allen Kontinenten zu sammeln. Durch sie gelangten Pflanzenarten aus Japan, Australien und Neuseeland nach Madeira.

Am naechsten Morgen fahren wir mit dem Bus zum Flughafen und besorgen uns fuer zwei Tage einen Leihwagen. Damit fuehren wir eine gemeinsame Inselrundfahrt durch und außerdem wollen wir Wolfgangs Bedenken wegen moeglicher Probleme mit dem rechtzeitigen Erscheinen zum Abflugtermin beseitigen. Wolfgangs Heim Reisefieber loest sich aber erst endgueltig auf nachdem wir ihm und Josef drei Stunden vor dem Abflug auf dem Flughafen verabschieden. Danke noch an euch Beide, wir waren ein gutes Team. Fuer mich war es eine schoene und bequeme Ueberfahrt. Dank Josefs Wacheinteilung, je drei Stunden und vorrueckend, konnte ich immer sechs Stunden durchschlafen. Bei meinen bisherigen laengeren Strecken schlief ich entweder gar nicht ( bei Schlechtwetter ) oder in einem halbstundentakt.

Den Rest der Woche machen wir noch zwei Levadawanderungen, eine Anstrengende von Monte bis Funchal und eine Nebelwaldwanderund in Ribeiro Frio. Zum Wochende kommen die Muetter von Silvia und Helmut zu Besuch, und ich bin schon auf Faulenzen eingestellt, habe aber die Rechnung ohne die Muetter gemacht. Ich kenne die Beiden noch aus meiner Zeit in Griechenland und die Beiden wollen dass wir zusammen Levadas gehen. Also gehen wir bei schoenstem Wetter die Bilderbuchtour von Rabacal zu den 25 Quellen und dann noch die Kirschenlevada durch die Weinberge im Sueden zum Cabo Girao. Hier gibt es viele Voegel deren Gesang nur selten verstummt, und die sich genauso wie auch wir an den vielen Kirschenbaeumen entlang der Levada laben.

7 Bogners

Samstag eine Woche spaeter ist Besucherwechsel, die Muetter fahren nach Hause und Melitta kommt fuer drei Wochen zu mir. Nach der ersten nicht sehr erholsamen Nacht auf dem schwelligen Ankerplatz geht es mit Melitta zum Eingewoehnen gleich zur Koenigstour auf die hoechsten Berge Madeiras. Wir gehen vom Pico do Arieiro 1818m auf den Pico Ruivo 1862m. Hoehenunterschied jeweils 780 Meter im An und Abstieg. Eine anstrengende Bergwanderung mit vielen Stufen aber es lohnt sich. Fantastische Ausblicke viele Blumen die nur in dieser Hoehe wachsen und ab Mittag wandern wir teilweise durch die Wolken die der Passat gegen die Berge drueckt.

8 Bergwanderung9 Bergwanderung

 

 

 

 

 

 

 

10 Bergwanderung11 Bergwanderung

Rund um die Erde heizt die Aequatorsonne die Tropenluft auf und diese faehrt zum Himmel und macht sich auf gegen Sueden oder Norden. So um den 30. Breitengrad jedoch geht ihr die Puste aus, sie kuehlt aus sinkt zu Boden und kehrt zum Aequator zurueck. In der Hoehe eine trockene Stroemung, saettigt sie sich unterhalb von 1500 Metern mit der Feuchtigkeit der Ozeane und kuehlt dabei stetig ab. Anders als auf Porto Santo oder den Desertas sind Madeiras Berge hoch genug, der Passat stoeßt hier gegen eine Mauer. Seine trockene Hoehenluft sorgt fuer Sonnenschein auf den Gipfeln, die feuchte Unterstroemung steigt auf, bildet Wolken die sich zusammenrotten und die Berghaenge vermummen. Auf Madeira ist es auf Meereshoehe warm so um die 30 Grad, schon in Monte 500 Meter hoeher ist der Berg oft von Wolken eingehuellt es ist feucht und hat nur mehr 20 Grad. Bis 1300 Meter ueber dem Meer wachsen viele Farnarten, es ist sehr feucht, alles gedeiht, hier geben die Wolken ihre Feuchtigkeit ab. Wo die Wolken sich an die Haenge lehnen und sich in den Taelern zu verstecken versuchen, tropft es von den Blaettern, Eukalyptus, Wacholder, Lorbeerwald, Farne und Efeu bedecken die Haenge wie dicke Teppiche. Darueber verlaesst man die Wolkendecke und es wird trocken. Bei den Levadawanderungen durchquert man alle Hoehen der Insel und dadurch auch alle Vegetationszonen. Unten Bananenfelder, Papayas, Mangobaeume und Zuckerrohr, ein paar hundert Meter hoeher Kartoffel und alle Gemuesearten, dann kommt Wald mit vielen Farnen und den Abschluss bilden Kiefern Ginster und nackte Felsspitzen.

12 Passatwolken13 Kiefern und Ginster

 

 

 

 

 

 

 

15a Flechte16 a Nebelwald

 

Nach der anstrengenden Bergtour goennen wir uns einen Tag Pause vom Wandern und besuchen das Grab unseres letzten Kaisers Karl I der hier im Exil starb. Melitta, sonst eher Vorsichtig und Ruhig, muss nicht alles haben heißt fuer sie nicht verzichten, sondern was nicht wirklich notwendig ist brauche ich nicht, schlaegt sich auf die Seite Silvias und draengt zu einer Schlittenfahrt vom Monte. Ja und weil Ernest Hemingway die zwei Kilometer als eines der aufregendsten Erlebnissen seines Lebens beschrieb fahren wir auch. Mit tiefen Abdruecken ihrer Fingernaegel in meiner Hand beenden wir die Fahrt. Teilweise geht es ganz schoen schnell ueber den Asphalt. Eine weitere Fahrt moechte Melitta dann nicht mehr machen.  Den Ausklang des Tages genießend liege ich im Cockpit beobachte die Lichter von Funchal und hoere Musik ueber Kopfhoerer. Kaiserwalzer, mit Blick auf den Monte wo Kaiser Karl seine letzten Tage verbrachte. Beim Spazierengehen in Funchal besuchte ich ein Fotografenmuseum, sah Bilder von Kaiser Karl und seiner Zita bei einem Spaziergang durch Funchal. Gegen Ende des ersten Weltkrieges brach die Monarchie zusammen und er musste hierher ins Exil wo er dann 1922 noch ziemlich jung starb. Und jetzt sitze ich hier und spuere das Ende einer großen Zeit Oesterreichischer Geschichte.

14 Kaiser Karl mit Tita in Funchal14 a Funchal

Beim Anlanden am naechsten Tag werden wir von der Hafenpolizei aufgefordert einzuklarieren. Wie sich herausstellt waren wir beim ersten Versuch sich zu melden bei der falschen Behoerde. Die hatten zwar auch blaue maritime Uniformen sind aber nicht fuer das Einklarieren zustaendig. Bei den nun ebenfalls blau Uniformierten die ihr Buero direkt im Hafen haben klarieren wir nun offiziell und richtig ein. Ein paar Tage spaeter kommt ein Lotsenboot zum Schiff ueberreicht uns ein Formular  zum Ausfuellen und macht uns darauf aufmerksam dass wir bei der Hafenbehoerde noch nicht gemeldet sind. Fuer anlegen im Hafen sind fuenf Euro pro Tag zu bezahlen fuer Ankern innerhalb der Ganzen Bucht Funchals bekommt man 50% Rabat, muss aber die 2,50 zur Hafenbehoerde bringen. Helmut kann sich nicht mehr an sein genaues Ankunftsdatum erinnern und bezahlt fuer insgesamt acht Tage 20.- Nachdem ich auf zusaetzlichen Stress verzichten moechte rechne ich die sieben Wochen meines Aufenthaltes großzuegig mit 20 Tagen ab. Es folgen weitere Wanderungen mal durch einen interessanten Ort und dann wieder Levadas. Der Tag beginnt bei Oban, ein Baecker – Konditoreibetreiber der mehrere Filialen in Funchal hat. Kaffee und Kuchen fuer 1,40. Fuer Abendessen waehlen wir das Restaurant Ovni, der Besitzer ist Franzose, zu unseren Favoriten. Hier gibt es spezialitaeten Madeiras ab 4,50, Espada mit Reis oder Kartoffel und Wokgemuese um 6,50 und das in einer Qualitaet die der Preis nicht vermuten laesst.

So um den 15. Juni beginnt die Crew von Onatoa sich ueber die Abreise von Madeira Gedanken zu machen. Sie haben in der letzten Juniwoche einen Heimflug von Gran Canaria aus gebucht. Wir besuchen noch den sehenswerten Jardim Botanico um uns eine Genehmigung fuer den Besuch der Desertas zu besorgen. Leider ist das Wetter dann nicht auf unserer Seite. Bei Wind sieben bis acht Bf erreichen wir den einzigen Ankerplatz und muessen feststellen dass bei den Boen bis 40 Knoten Ankern nicht moeglich ist. Wir segeln zurueck nach Funchal und unternehmen als Entschaedigung am naechsten Tag eine Levadawanderung. Zwei Tage spaeter verabschieden wir unsere Freunde die nun entgueltig auf die Kanaren aufbrechen.

 

15 Desertas

15a Flechte

 

Melitta und ich segeln retour in die Baia de Abra und den naechsten Tag nach Porto Santo. Dort gehen wir die gesamten 10 km Sandstrand hin und retour und steigen noch einmal auf den Pico do Castelo. Es ist sehr heiß aber die Ruhe der Insel gleicht jede Anstrengung aus.

 

 

 

16 Sao Lorenco17 Porto Santo

Zurueck in Funchal abkuehlung suchend geht es wieder einer Levada entlang. Caldeirao Verde, eine besonders schoene Wanderung fuehrt entlang einer von Sklaven geschaffener Levada. Ueber 5000 wurden von Westafrika nach Madeira verschleppt um hier in Koerben von Baeumen oder Klippen abgehaengt die Kanaele in den Fels zu schlagen. Mehr als 1600 km wird Wasser in diesen klug konstruierten Levadas ueber die Insel geleitet wo sie die Bauern nach einem strikt festgelegten Rotationsplan abzapfen duerfen. Caldeirao Verde, durch das Unesco Weltkulturerbe in den gruenen Kessel ist meine Empfehlung wenn man nur Zeit fuer eine Wanderung hat. Groeßtenteils in eine Felswand geschlagen, Djungelartige  immergruene Vegetation und bis zu 100 Meter steil abfallend neben den teilweise sehr schmalen Wegen. Durch vier Tunnel bis zu einem beeindruckenden Kessel mit senkrecht hochstrebenden Felswaenden. Ein schoener großer Wasserfall wirkt schon fast ein bisschen kitschig. Uns hat diese Wanderung so gut gefallen das wir sie zwei Tage spaeter noch einmal gegangen sind.

19 Levada20 Tunnel Levada

 

 

 

 

 

 

 

21 Levada22 Levada

Zum Abschluß unserer Wanderungen durch Madeira, bei mir waren es zusammen17 Levadas, mehr als 300 km, kamen wir durch Zufall zum Rocha do Navio. In den Reisefuehrern nicht erwaehnt, ist es eines der schoensten Thaelern die wir auf Madeira gesehen haben. Es gibt keine Strasse die in dieses Thal fuehrt, zu steil sind die Felsen rundherum. Aber seit kurzem kann man mit einer Seilbahn hinunter, warum dann trotzdem nur ganz wenige hierherkommen ist vielleicht damit zu begruenden weil es unten nur ein paar Bauernhaeuser, kein Geschaeft oder Lokal gibt. Nur Wasserfaelle und voellig ungestoerte Natur. Neugierig sind wir zuerst ein Paar – hundert Stufen hinuntergegangen, waren dann so Begeistert von der Schoenheit des Thales dass wir den ganzen anstrengenden Weg auf teilweise schlechtem Pfad hinunterstiegen. Unten angekommen Weingaerten und Obstbaeume durch die eine kleine Levada fuehrt. Teiweise noch bewohnt und trotzdem begegnet man keiner Menschenseele. Der grobe steinige Strand ist nicht vom Meer her zu erreichen, zu viele Untiefen und die hohe Brandung verhindert das. Eine Frau trafen wir in einem kleinen Haus im Centro de Biosfera, Rocha do Navio, der Name stammt von einem gestrandeten Schiff, erfuhren wir hier. Der zweite Bewohner den wir trafen war der Betreiber der Seilbahn der in einen kleinen Garten arbeite als wir wegen dem Hinauffahren fragten. Fuer fuenf Euro pro Person nahm er seine kleine aber sehr spektakulaere Seilbahn in Betrieb und der Aufstieg war dann um vieles bequemer als der Abstieg.

23 Rocha de Navio24 Rocha de Navio

 

 

 

 

 

 

 

25 Rocha de Navio26 Seilbahn

Drei Wochen vergehen leider viel zu schnell und ich mußte Melitta wieder zum Flughafen bringen. Eine Woche bleibe ich noch hier, es ist einfach zu schoen hier um sich zu schnell von dieser Insel zu verabschieden. Es gibt auch gar keinen Grund die Insel zu verlassen. Und so schlendere ich noch einige Tage durch die Gassen Funchals genieße Kaffee um 0,70 und so manche andere Annehmlichkeit die mir inzwischen lieb geworden ist. Von den vielen Inseln die ich bis jetzt sehen durfte ist Madeira eine der schoensten und zum Abschluss konnte ich doch noch vor den Desertas vor Anker gehen und den Blick auf Madeira einen Tag und eine Nacht zusaetzlich genießen.

27 Ende