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2018-12-10 15:42

Portugal Marokko Ueberfahrt 2012

Ich liege bequem im Cockpit und lausche der Musik des Wassers. 2 – 3 Meter hohe Wellen rauschen von hinten heran, heben Bright Star hoch und gleiten unter dem Schiff durch.

1 Bright Star Kranbecken2 Rio Tejo Lisboa Verkehr AISGestartet bin ich am 9. April in Seixal gegenüber von Lissabon. Mit auslaufender Flut den Rio Tejo hinunter vorbei an der Skyline von Lissabon. Das letzte Stück des Flusses der Übergang in den Atlantik war wie in einem Wildbach. Die von vorne kommenden Wellen drängen wild gegen das hinaus strömende Wasser und bereiteten Bright Star einen ungemütlichen Empfang.

Am ersten Tag erreichte ich bequem Sesimbra. Ankern hinter einem Steinwall der zum Schutz der Hafenbefestigung errichtet wurde. Am Abend Essen in einem Einheimischen Fischlokal, das ich schon einmal im Vorjahr mit meinen Freunden von der Onotoa besucht habe und auch dieses Mal war das Essen vorzüglich. Am nächsten Tag ist eine Pause angesagt, Regen, 7 Beaufort Wind, Temperatur in der Nacht 12 Grad und Wassertemperatur 14 Grad. Also Lesen, Musik hören, kochen, putzen und Nachbarn besuchen.

3 Sines

 

Donnerstag 11. April 2012, 8 h Anker auf, es sind nur 35 Seemeilen zum nächsten und zugleich auch letzten geschützten Hafen an der Westküste Portugals unterhalb von Lissabon. Für nachmittags ist Wind angesagt, also lieber etwas früher ankommen. Nach 3 Stunden unter Segel kommt dann im Navtex die Warnung, Heavy Waves Warning, up to 20 Miles from the Coast from River Minho to Cape s. Vicente, also in der Gegend in der ich unterwegs bin. Letztes Jahr wurde an der  Westküste Portugals eine 27 Meter hohe Welle gesichtet. Um 14 h fällt der Anker in Sines Praia Vasco da Gama. Der fruehe Aufbruch war richtig den jetzt beginnt sich das Meer von seiner ungemütlichen Seite zu zeigen. Anstatt der sonst so schönen blauen Farbe dominieren nun die langen weißen Streifen von der Gischt der mittlerweile hohen Wellen.

Freitag der 13., fuer mich wie ein Tag wie jeder andere. Fuer die heutige Strecke von Sines nach Alvor in der Algarve sind 84 Seemeilen zurückzulegen. Wind 5 – 7 Beaufort, zuerst aus Nordwest am späten  Nachmittag dann nach West drehend laut Wetterbericht der hier sehr genau ist.

4 Cabo de Sao Vicente5 Wellen

 

 

Also Abfahrt etwas später als sonst,  denn vor der Winddrehung  könnte es am Cabo Sao Vicente ungemütlich werden. Und es passt wieder einmal ganz genau. Angetrieben vom Nordwind fahre ich die Wellen gemütlich mit 7 – 8 Knoten hinauf um dann mit  – zu 12 Knoten wieder hinunterzurauschen.

 

6 Wellen Atlantik7 Wellen Atlantik 2

 

 

 

 

 

 

 

53 Meilen 7 Stunden später runde ich Cabo S. Vicente. Kurz zuvor hat der Wind auf West gedreht und schiebt kräftig von hinten an.

8 Wellen Atlantik 3Nach 81 Seemeilen, ich freue mich schon noch bei Tageslicht den heutigen Ankerplatz im Fluss bei Alvor zu erreichen, hält ein graues Schiff genau auf mich zu. Der muss doch sehen dass ich segle, ich habe Vorrang. Als er näher kommt sehe ich das fix montierte Maschinengewehr und Leute in Uniform die mich auffordern zu stoppen. Äußerst unwillig, so kurz vor dem Ziel, berge ich die Segel. Jetzt kommen 3 Uniformierte in einem schnellen Boot längsseits und sagen sie wollen an Board um das Schiff zu überprüfen.

Personalien, Schiffspapiere und die gesamte Ausrüstung wird genau überprüft. Nachdem ein vier Seiten langes Protokoll ausgefüllt ist. Erlaubt mir der Kommandant die Weiterfahrt nach Alvor. Vorher ruft er über Funk seinen Vorgesetzten, der wiederum mit seinem Vorgesetzten telefoniert, wie nun vorzugehen ist. Meine Feuerlöscher sind nicht auf dem letzten Stand laut dem Überprüfungsdatum, ebenso meine Rettungsinsel und meine Notsignale. Außerdem gäbe es eine Steuer die zu entrichten wäre wenn sich das Boot länger als sechs Monate in Portugiesischen Gewässern befindet. Schön das innerhalb der  EU alles gleich und unkompliziert ist. Am Montag soll ich alles erledigen, überprüfen lassen, kaufen und mich dann den Hafenkapitän in Portimao besuchen.

16. April, Montag mittags raus aus dem Fluss, Segel gesetzt und mit Bauchweh durch die 15 Meilen Zone die zu Portugals Hoheitsgewässer gehören. 10 – 15 Knoten Wind von achtern fast keine Welle, so kann es bis Marokko Rabat weitergehen. Nachdem die Schifffahrtsstraße durchquert ist wird es einsam auf dem Meer. Ein paar Delfine die aber keine Kunststücke vorführen wollen und dann eine wunderschöne Nacht. So viele Sterne wie in einer klaren Nacht über dem Meer sind sonst nirgendwo zu sehen. Nur die Krümmung begrenzt den Blick ins Universum. Und dann auch noch eine Funkenspur  die im Kielwasser von Bright Star zu sehen ist. Phosphoreszierendem Plankton ist die Erklärung für dieses faszinierende Schauspiel. Am nächsten Tag wird der Wind schwächer, und als ich dann endlich den Spinnacker gesetzt habe ist er so schwach das der Spi ins Wasser hängt. Zeit für eine Auffrischung der Batterien, ohne Wind kein Windgenerator und ohne Sonne laden die Solarzellen auch nicht sehr viel. Am Abend nimmt der Wind wieder zu und so ist am nächsten Morgen die Küste Marokkos in Sichtweite.

9 Bright Star Atlantik Spi

10 Bright Star Atlantik

 

Onotoa und Bright Star haben sich auf den ca. 400 Seemeilen von Lissabon bis Rabat nicht aus den Augen verloren und so kann Silvia gleich beide in der Marina anmelden. Bei der Einfahrt erwartet uns ein Lotsenboot und zeigt uns den richtigen Weg durch den Fluss zur Marina. Zuerst müssen wir am Einklarierungssteg festmachen. Dann kommt die Polizei, drei Frauen sehen sich im Schiff um und fragen wegen Drogen, Alkohol und Waffen. Als nächstes kommen zwei Männer vom Zoll, nach dem auch hier die Papiere zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefüllt sind kommt ein Drogenhund und der Beamte der ihm führt ist sichtlich froh das er mit dem Hund endlich trainieren kann. Jetzt duerfen wir uns für die Marina anmelden, ein Zettel noch am Boot auszufüllen, und dann in der Marina Pass kopieren, Anmeldung kopieren, gut das die Marina so viel Personal hat. Nach ungefähr drei Stunden dürfen wir uns auf die zugewiesenen Plätze in der Marina verholen.

11 Sonnenuntergang vor Marokko

12 Tageslicht bricht durch die Wolken

 

Nun haben wir nur noch ein kleines Problem zu bewältigen. Die richtige Uhrzeit, wie spät ist es hier in Marokko? Eine Stunde vor oder zurück? Laut dem Längengrad denke ich so wie in Portugal. Stimmt nicht hier gibt es keine Sommerzeit. O.k.UTC. Silvia kennt sich am besten aus, ihre Meldung zum Thema richtige Zeit, wir haben zwei Mal die Datumsgrenze überschritten akzeptieren Helmut und ich erstmals. Für mich steht weiter hin fest wenn es hell ist, dann ist Tag.

13 Hafeneinfahrt Rabat

 

 

 

 

 

 

 

15 Segelboote teilen sich den Platz

14 Marina Bouregreg Rabat