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2018-12-10 15:30

Bericht Segeln und Ankern zwischen den Kanarischen Inseln

 

Die erste Insel für die meisten Segler aus dem Norden kommend ist La Graciosa. Nach drei vier oder fünf Tagen je nach Strecke von Madeira, Marokko, Portugal oder Gibraltar ist man froh endlich wieder eine ruhige Nacht vor Anker verbringen zu koennen. In der Playa Francesa 29°13.1312 N 013°31.7335 W liegt man auf gut haltenden Sandgrund geschützt vor den meist vorherrschenden Winden aus West Nord oder Ost. Nachteil, ein weiter Fußmarsch durch Knöchelhohem Sand in den einzigen Ort mit Verpflegungsmöglichkeit. Die kleine Marina der Insel im Hauptort erweckt nicht den Eindruck erwünscht zu sein. Einklarieren nicht möglich, die Insel ist ruhig, wirkt verschlafen und dass in vielen Dingen. Zahlreich anzutreffen sind Verbotsschilder…..

1 Foto Philipp Bergermayer2 Aufnahme Philipp Bergermayer 

Lanzerote, im Sommer heftiger Wind aus Nord Nordost. Arrecife im Sommer 2012, Stadthafen anlaufpunkt für kleinere Boote wegen Neubaus einer Marina gesperrt. Ankern ganz gut geschützt auf 28°58.3142 N und 013°31.8725 W allerdings anlaufen mit dem Dinghy nicht sehr komfortabel. Lidl, Ikea und andere Supermärkte im Umkreis von drei Kilometern. Einklarieren im Hafen von Arrecife stößt auf Unverständnis fuer besucher aus der EU. Wenn es Platz und Tiefgang erlaubt ist mein Tipp Ankern auf 28°57.2130 N und 013°330158 W. Hier liegt man hinter einer Festungsanlage West Nord und Ost gut geschützt und es ist nicht weit ins Zentrum der Stadt. Im Süden von Lanzerote unweit von der Marina Rubicon nach dem Punta Papagayo auf 28°51,1255 N und 013°47.6637 W liegt man gut geschützt auf Sandgrund vor einem langen Sandstrand. Gute Einkaufsmöglichkeit erreichbar mit dem Dinghy in der Umgebung der Rubicon Marina. Die Bootsaustatter auf Lanzarote können aufgrund ihres guten Angebotes trotz guter Preise für uns Segler ganz schön teuer werden.

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Fuerte Ventura, der erste Hafen vom Norden aus kommend ist Corralejo, auf 28°44.3800 N und 013° 51.8710 findet man zwischen Steinplatten genug Sand um den Anker gut einzugraben. Hier im Hafenbecken habe ich mein Schiff drei Mal mit ruhigem Gewissen Tagelang liegengelassen um mir die Insel anzusehen. Auch bei Wind um 30 Knoten konnte ich das gute Versorgungsangebot der Stadt nutzen. Mehr Ruhe und schönes Wasser zum Schwimmen findet man drei Meilen weiter vor Isola Lobos. Hier Ankert man gut geschützt vor der Playa de la Concha auf 6 – 10 Meter Tiefe nicht zu nah an der Insel auf gut haltenden Sandgrund. Ca. 15 Meilen weiter südlich liegt Puerto Del Rosario. Im Schutz des Hafens ist problemloses Ankern möglich. Sehr gute Versorgungsmöglichkeit bietet die Stadt, anlanden im Hafen mit dem Dinghy kein Problem.

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 Ankern vor Morro Jable 28°02.6563 N 014°20.6072 W, gut haltender Sand für jeden Anker. Anlanden mit dem Dinghy kann allerdings zu einem Erlebnis werden. Die Dünung des Atlantiks erlaubt hier keinen Fehler. Ich habe hier die Erfahrung gemacht dass frisches Brot getränkt in Salzwasser absolut ungeniessbar wird. Zwischen Morro Jable und der Südspitze Fuerte Venturas dreht der sonst verlaessliche Wind aus Nord und Nordost auf Süd und kann mit über 30 Knoten etwas unangenehm werden. Die letzte Ankermöglichkeit vor dem kleinen Fischerort Puerito 28° 04.1258 N und 014°29.8117 W wird etwas überschattet von den Winden die sich hier um die Südspitze der Insel austoben.

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Gran Canaria, man biegt um die Ecke und fühlt sich zu Hause. Im Schutz der Hafenanlage von Las Palmas vergisst man schnell die hohen Wellen und den Wind außerhalb. Im ruhigen Wasser hat man genug Zeit um zu entscheiden ob die nächste Nacht im Schutz der Marina oder vor Anker beim Stadtstrand verbracht werden soll. Beides ist absolut stressfrei, eine Fehlentscheidung ist nicht möglich. Freundlicher empfang in der Marina, unglaubliche Tagespreise, fuer mein Boot 13 Euro, verlocken zu einem längeren Aufenthalt. Vertraut mit der südländischen Mentalität und ausgestattet mit Geduld ist es ein Leichtes die Arbeitsweise des Marinapersonales zu verstehen und so auch selbst verschuldete Erwartungen wegzustecken. Gran Canaria, fuer Leute die die keinen Zeitdruck kennen bietet viel mehr als die Prospekte versprechen. Die Sehenswürdigkeiten der Insel sind in zwei Wochen immer noch nicht ausgeschöpft. Nach einem Monat Aufenthalt hier kann ich auch verstehen warum so manch ein Segler hier hängenblieb. Fuer eine Inselumrundung bietet sich der Kurs in Richtung Süden an.

 9 DSCF485310 Vater und Sohn

Mit dem Nord – Nordostwind fliegt man im wahrsten Sinn des Wortes am Flughafen vorbei. Hier ist der Wind am stärksten, 30 Knoten keine Seltenheit, Entwarnung nach den Dünen von Maspalomas, hier schläft der Wind ein. Um nach Puerto Mogan zu kommen muss der Motor herhalten. Unglaubliche Ruhe vor Wind und Wellen findet man hier im Süden der Insel. Arguineguin die Bucht bei der Zuckerlfabrik 27°45.1490 N und 015°40.1688 W, in Wahrheit ist es eine Zementfabrik, aber Zuckerfabrik klingt einfach besser, bietet gut geschützte Ankergründe und auch noch ein Restaurant das normalerweise nur von Einheimischen genutzt wird und exzellente Speisen serviert. Speisen die einige Sterne verdienen, die Tische sind alte Kabeltrommeln, Bedienung o.k. Preise unglaublich für die gelieferte Qualität. Der Ankergrund vor Puerto Mogan 27°48.9897 N und 015°45.7358 W ist fantastisch und die Anlandemöglichkeit mit dem Dinghy verleitet zu besichtigungstouren an Land. Der Schutz vor Wind und Wellen an der Westseite der Insel reicht bis Puerto De San Nicolas. Hier auf 28°00.4727 N und 015°49.2634 W ist die letzte geschützte Bucht, nicht mehr so gemütlich wie weiter im Sueden, Steingrund und Fallwind erschweren das Ankern.

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Von Gran Canaria nach Teneriffa und weiter nach La Gomera locken die Kürzesten Verbindungen im Süden der Inseln. Im Sommer wenn beständiger Wind aus Nord oder Nordost weht, die Wettervoraussage ideale 20 bis 25 Knoten verspricht, sollte man sich überlegen ob man den direkten Weg nimmt. Der Wind wird zwischen die Inseln durchgedrückt, beschleunigt oft auf über 40 Knoten und baut eine unangenehme Welle auf. Ankern an der Südostseite Teneriffas ist mangels geschützter Buchten nicht empfehlenswert. Der erste gute Ankerplatz liegt im Süden auf 28°00.2416 N und 016°390023 W. Hier vor Las Galletas gräbt sich der Anker tief in den sehr gut haltenden Sandgrund ein. Anlanden mit dem Beiboot ist nur für sehr Mutige, die Dünung fordert Opfer. Zum Einkaufen ist die nächste Bucht vor Los Cristianos auf 28°02.3586 N und 016°42.6398 W besser geeignet. Guter Ankergrund, mit dem Dinghy in den Hafen und trockenen Fußes an Land, eine Ausnahme fuer Segler die Ankern bevorzugen hier auf Teneriffa.

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Von Los Christianos ist man gut beraten Höhe zu schinden, am besten bis Punta Del Gigante 28°15.8291 N 016°50.5483 W. Vor der schönen Kulisse der Steilküste liegt man sehr gut auf Sandgrund vor Anker. Von hier aus ist die Überfahrt nach La Gomera bei halben Wind nicht mehr so anstrengend wie direkt von der Südspitze Teneriffas. Der letzte mögliche Ankerplatz an der Westküste Teneriffas liegt bei Punta De Teno. Steingrund 8 – 12 Meter dazu Fallwinde bis 40 Knoten machen diesen Ankerplatz nicht gerade zu den gemütlichsten hier in Teneriffa. Im Norden der Insel ist mir keine Ankerbucht oder Hafen der auch für einen 50 Fuß Kat verwendbar wäre aufgefallen.

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Mein Lieblingsankerplatz in Teneriffa liegt an der Nordostspitze die Ensenada De Antequera auf 28°31.8885 N und 016°07.9557W. Eine weitläufige Bucht mit schwarzem Sand unbewohnt und gut geschützt vor West Nord und Nordostwind. Fallwinde sind keine Seltenheit doch viel Platz und gut haltender Sandgrund lassen ruhiges Schlafen zu. Von hier aus sind es nur 8 Seemeilen bis in die Marina Santa Cruz De Teneriffa. Ein idealer Platz um das Boot sicher liegenzulassen und die Insel zu erkunden.

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La Gomera, um diese sehenswerte Insel in Ruhe zu erkunden habe ich mein Boot drei Mal in der sicheren Marina San Sebastian de Gomera zurueckgelassen. Die Marina liegt mitten in der Stadt, sehr freundliches Personal, Preis, na Ja 30 Euro ist nicht die billigste aber dafür sehr Familiär. Zwei Meilen weiter südlich auf 28°04.3688 N und 017°077161 W liegt man sicher auf Sandgrund vor den normalerweise vorherrschenden Winden. In der Windabdeckung im Süden der Insel gibt es noch ein paar andere Ankerplaetzte. Im Westen bis auf Höhe von Valle Del Gran Rey 28°04.7930 N 017°19.8079 W ist Ankern zumindest mit einem Katamaran kein Problem.

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La Palma, Marina Santa Cruz De La Palma. Vorteil, mitten in der absolut sehenswerten Stadt. Nachteil, schwell und bei Suedwind sehr ungemütlich. Besser ist Puerto De Tazacorte an der Westseite der Insel. Auf 29°38.6586 N und 017°56.5949 W liegt man total ruhig in der sehr gut geschützten Marina. Personal freundlich und kompetent, Preis 29 Euro, idealer Ort um das Boot zurückzulasen und die Insel zu besichtigen. Marina bestellt den Leihwagen, kostet 20 Euro und wird zum Boot geliefert und auch wieder abgeholt.