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2018-12-12 01:54

Mastbruch zwischen Martinique und Dominica,

Nach dem Jahreswechsel den ich mit meiner Schwester und ihrer Familie in den Grenadins verbrachte segelte ich wieder zurück nach Martinique um meine neue Crew aufzunehmen.

Ein Paar aus Hohenems, Margit und Stefan, Segler mit eigenem Boot am Bodensee.

Mit achterlichem Wind ging es der Leeküste Martiniques entlang in Richtung Dominica. Traumhaftes Segeln, Wind 15 bis 20 Knoten ruhige See im Schutz der Insel. Erster Tag von Fort de France nach St. Pierre. In der Stadt die vom Vulkan verschüttet wurde lernten wir wie man richtig Rum trinkt. Allerdings so intensiv das am nächsten Tag niemand mehr das Wort Rum hören wollte. Am Dienstag den 14.01. wollten wir dann die Passage von Martinique nach Domenica bewältigen. Ca. 10 Seemeilen nach Martinique knallte eine höhere ( ca. 3m ) Welle genau auf die Steuerboardseite. Gleichzeitig mit einer Böe mit 27 Knoten. Mainsail und Genua waren 2x gerefft. Stefan der auf dem Steuersitz gesessen ist versuchte sich anstatt als Segler als Flieger. Ich lag auf meinen Lieblingsplatz wo er dann auch Landete. Der folgende Krach und ein sehr harter Schlag stammten vom Mast der über die Backboardseite ins Wasser ging.

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Bei Wellenhöhe 2 – 3 Meter ist es auch für mich zu gefährlich alle Verbindungen zum Mast zu kappen um ihm über Board gehen zu lassen. Trotz des harten Schlages hatte das Boot kein Leck, also beschloss ich langsam retour nach Martinique in ruhigere Gewässer zu Motoren. 1 Knoten fahrt Mast und Segel treibend in Lee.

Das es noch schlimmer kommen könnte ahnte ich zu dieser Zeit noch nicht. Doch plötzlich wieder eine hohe Welle zusammen mit einer Böe. Die beiden Kräfte hoben den Mast empor um ihn anschließend auf das Salon Dach zu schleudern. Die beiden Segeln umspannten nun Bright Star und nahmen mir jede Sicht. Zum gebrochenen Mast kam nun auch noch eine brechende Crew. Da ich in solchen Situationen gewohnt bin alleine zu agieren war es mir auch sehr recht sie im Salon in Sicherheit zu wissen.

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Weil beide Segel eingerefft waren konnte ich sie nur noch mit einem Messer entfernen. Ebenso die Fallen. Etwas schwieriger war dann das Öffnen der Stagen. Bei den meisten war das Öffnen kein Problem, der Rest mit der Trennscheibe. Auch den Mast musste ich an der Bruchstelle durchschneiden. Da der Geräteträger kurz vor dem Zusammenbrechen war, habe ich dann zur Sicherheit von Mannschaft und Boot den gesamten Mast über Board gehen lassen. Auf 14°55,545N und 061°15,478W falls ihr etwas davon brauchen könnt. Allerdings hat es dort über 1000m.

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Zurück in St. Pierre, Martinique war meine Mannschaft froh darüber wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Zu dritt waren die Aufräumarbeiten und Stützungsarbeiten am Gerätebügel aber doch viel leichter als alleine. Danke an Margit und Stefan. Danach habe ich meine Versicherung kontaktiert und einen Schadensbericht samt Fotos gesendet. Freunde von mir, die Bogners waren mit ihrer Onotoa einen Tag nach meinem Bericht in St. Pierre um zu helfen. Die Versicherung hat mir am Freitag Vormittag die Kontaktdaten des Schadensgutachters gesandt. Margit die sehr gut Französich spricht konnte in Erfahrung bringen das in St Pierre keine Schadensgutachtung möglich ist. Der früheste Termin Montag Vormittag, aber nicht in St. Pierre sondern in Le. Marin wo die Schiffsindustrie von Martinique zu Hause ist.

Wir konnten dann die Zeit dazu nutzen um gemeinsame Ausflüge zu machen, in Martinique ist ab Freitag Mittag Wochenende und somit sowieso niemand erreichbar. Die Besteigung des Vulkans Pelee, eine Regenwaldwanderung und der Besuch einer Rumfabrik haben dann geholfen das Erlebte etwas lockerer zu sehen.

Helmut und Sylvia übernahmen dann meine Crew um sie nach Guadeloupe zu bringen, und ich fuhr unter Motor am Montag die 35 sm zurück nach Le Marin.

Begutachtung von drei verschiedenen Experten, vorläufiges Ergebnis, Schadenshöhe zwischen 40 und 50 Tsd. Euro. Pantenis meine Vollkaskoversicherung wird sich freuen.

Erster Termin in der Werft ist Mittwoch nächste Woche. GFK arbeiten, Inox neue Solarzellen, Windgenerator, Reling...........

Ein größeres Problem ist der Mast. Unproblematischer wäre ein Französisches Boot. Für ein Englisches Boot muss der Mast in einer Fabrik in Übersee erst gebaut werden. Dauer ca. 4 Monate. Der Rigger will aber zuerst den neuen Mast um dann das stehende Gut und die Segel zu besorgen.

Also 4 Monate Urlaub auf dem Motorboot Bright Star hier in Martinique. Könnte mir aber auch schlechteres vorstellen.

Hauptsache ist es ist niemanden etwas passiert.