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2018-12-10 14:54

Karibik Start in die Segelsaison 2014

Nach dem Heimaturlaub wieder zurück auf Bright Star. Es hat sich einiges verändert, meine Mutter ist im September 2013 verstorben. Ich bin dankbar dafür ihre Hand gehalten zu haben, als sie von uns gegangen ist. Eines der Langzeitseglerprobleme ist gut ausgegangen, zur rechten Zeit am richtigen Ort. Mach´s gut Mama, ich werde mich auch bemühen, möchte meine Gedanken nicht weiter schreiben……………

Tobago via Frankfurt, alles läuft planmäßig bis zur Landung, wegen heftigen Gewitters startet das Flugzeug kurz vor dem Aufsetzen noch einmal durch. Ergebnis eine halbe Stunde verspätete Landung und dadurch Versäumnis  des Anschlussfluges nach Trinidad. Ankunft anstatt 19h ist dann kurz vor 24h. Egal, endlich wieder zu Hause auf Bright Star.

Meine Bootsnachbarn Hans und Eva hatten bessere Sitzplätze in dem Flugzeug aus Europa, ganz vorne, und dadurch auch keine Probleme mit der langsamen Abfertigung bei der Immigration und der kurzen Zeit zum Verbindungsflug von Tobago nach Trinidad. Auf ihrem Katamaran Tangaroa wird fleißig gearbeitet, sie wollen bald ins Wasser um nach Guadeloupe zu segeln. Meine anderen Nachbarn Ulli und Ulli von der Pelikan aus Deutschland sind schon eine Woche hier. Ulrich Claus bekommt kurz vor dem Auslaufen die Nachricht, dass seine Mutter verstorben ist, sie buchen den nächsten möglichen Flug nach Hause.

1 Nach den ersten 10 Jahren fallen ein paar Arbeiten an....2 Fuerchte das mein Boot auch bald so aussieht  wenn ich noch laenger hier bleibe.

 

 

 

 

 

 

Die nächsten Wochen vergehen mit Schleifen, Lackieren und unzähligen „ Kleinarbeiten“. Ein Problem hier ist das Wetter, es regnet fast jeden Tag. Und 32 – 40 Grad ergibt nicht unbedingt ein angenehmes Arbeitsklima. Fürchte wenn ich noch lange hier bleiben muss, dass mein Boot auch bald so aussieht wie das auf Bild 2. Ein Vorteil als Single Hand Segler ist das man oft eingeladen wird. So verbringe ich viele Abende bei Eva und Hans auf der Tangaroa und werde mit ausgezeichneter Küche verwöhnt. Eva hat einige Jahre in Asien und auch in Afrika gelebt, mitgebracht hat sie jeweils die besten Geschmacksrichtungen und mixt sie nun mit viel Erfahrung und neuen Kochideen.  Die Fischer die täglich hier ihren Fang ausladen, kennen Eva schon und wissen auch dass Eva nur die besten Stücke kauft. Ebenfalls bestens aufgehoben bin ich bei Ulrike und Ulrich auf der Pelikan, zur Abwechslung gibt es bei Uli Steaks. Die beiden sind schon über 30 Jahre lang unterwegs. Waren überall, mehrmals Atlantiküberquerungen, rund um die Welt gesegelt auch auf nicht alltäglichen Strecken wie Alaska. Ein bisschen fühle ich mich in die Zeit zurückgesetzt als meine Segelabenteuer noch im Kopf stattfanden und ich Seglerbücher regelrecht verschlang. Uli erzählt gerne von ihren schönen Reisen, ihrer Zeit mit Bobby und Karla Schenk in der Südsee. Viele Erfahrungen und Tipps werden bei den abendlichen Runden geteilt. An Evas Geburtstag wird ein Grillabend veranstaltet. Mit dabei die Crew von den drei Österreichischen Katamaranen hier in der Marina unsere Deutschen Nachbarn und Hanspeter mit seiner Frau Lilian aus der Schweiz. Jeder bringt etwas mit, aus den Plastiksackern erscheinen Bier, Wein, div. Salate, Reis und auch eine Geburtstagstorte. Hanspeter ist der Grillmeister, Ergebnis perfekte Fischfilet oder auch butterweiche Lammkotelett. Wiederholung dann eine Woche später bei der Geburtstagsfeier von Hans, und dann gibt es auch noch viele andere gute Gründe für gemeinsame Grillabende.

3 Eva Geburtstag5 Geburtstagspartys in der Marina

 

 

 

 

 

 

Eine angenehme Unterbrechung der Arbeiten am Schiff ist ein gemeinsamer Ausflug mit Hans und Eva. Wir lassen uns von einem Einheimischen die interessantesten Plätze rund um Port of Spain zeigen. Leider hat es die meiste Zeit geregnet,  aber zumindest bei der etwa 2 stündige Bootsfahrt auf den Caroni River war es dann trocken. Eine empfehlenswerte Tour, Schlangen und Krokodile laden hier nicht gerade zum Baden ein, ein Sumpfgebiet über 100 Quadratkilometer mit Mangroven bewachsen und in der beginnenden Dämmerung dann tausende Scarlet Ibise, die von den Futtergründen in Venezuela zu ihren Schlafplätzen zurückkehren.

21 Bambus19 Caroni River

 

 

 

 

 

 

 

20 Schlange Caroni River4 Ibisse ueber Trinidad

 

 

 

 

 

 

Tangaroa und auch Pelikan sind lange vor mir mit den Arbeiten fertig und laufen in Richtung Norden aus. Werde Hans und Eva in Martinique treffen und mit ihnen Weihnachten feiern. Nur Onotoa und Bright Star liegen noch in diesem Teil der Marina. Onotoas Crew kommt in einer Woche, da ich nun alleine bin werde ich die nächsten Tage länger und noch intensiver arbeiten. Da habe ich aber nicht mit den Schweizern gerechnet, am Abend bin ich eingeladen, Thuna gegrillt, sehr lecker. Die beiden sind in der Adria gestartet, waren auch in Marokko und ganz besonders hat es ihnen in Senegal gefallen. Farbenprächtige Fotos und spannende Geschichten bestätigen mir dass ich bei der zweiten Runde Senegal, Gambia und Brasilien nicht auslassen werde.

7 Bright Star ist fertig fuer die naechste Saison22 Bright Star

 

 

 

 

 

 

 

Die Umbauarbeiten von der Motorlüftung sind fertig, Bright Star glänz im neuen Lackkleid, Antifouling gestrichen fehlt nur noch der Einbau des neuen Wassermachers. Lieferung erfolgte bereits, Techniker für den Einbau war auch schon da. Kurz vor Mittags, sagt er kommt wieder nach dem Mittagessen. Hat aber nicht gesagt an welchen Tag. Ein paar Tage später als er wieder erscheint ist er sehr verwundert dass die Anlage schon montiert ist. Übrig bleib für ihn nur noch die Montage der Hochdruckleitung. Kontrolling und Inbetriebnahme erfolgt dann noch im Beisein von Chef Michael Bauza termingenau.

8 Wassermacher Inbetriebnahme9 Wassermacher Kontrollpanel

 

 

 

 

 

 

Die sechste und letzte Woche an Land verbringe ich zusammen mit der mittlerweile auch eingetroffenen Crew von der Onotoa. Bunkern, Putzen Segelsetzten und endlich weg von der mit Dschungel überwachsenen Insel. Zu viel Regen und die hohe Luftfeuchtigkeit schüren die Sehnsucht nach dem trockenen Norden. Abschiedsessen mit Nigel von der Keltia im Restaurant von der Peake Marina. Seit neun Jahren kreuzen sich unsere Wege, ich habe Nigel in Griechenland kennengelernt und zwischendurch immer wieder irgendwo getroffen.

10 Wiedersehen mit Nigel und den Bogners kennengelernt in Griechenland

 

 

 

 

 

 

Montag 2.12.2013 9h Krantermin, um 10h kommen die Arbeiter um mir zu sagen sie hätten nicht gewusst das Bright Star ein Katamaran ist, Terminverschiebung auf Nachmittag 4h. So schwimmt Onotoa noch vor Bright Star. Klappt dann reibungslos und um 5h Ankere ich bereits vor der Marina. Endlich im Wasser, das Schiff bewegt sich wieder in seinem Element, die Temperatur gesteuert durch die Wassertemperatur und den Wind ist wieder erträglicher. Nächster Tag Anker auf und zum Zollsteg so das Vorhaben. Zusammen mit Helmut und Sylvia, Onotoa bleibt vor Anker. Motor an, Ankerwinsch einschalten und schon geht es los. Allerdings nicht wie sonst, normalerweise kommt der Anker hoch, jetzt nur hässliches Zischen und auslaufendes Öl aus der gerade gebrochenen Hydraulikleitung. Anker auf händisch, 40 Meter Schwerarbeit trotz Zusammenarbeit mit Helmut.

Mit viel Glück dauert die Reparatur der Hydraulikleitung dann nur drei Stunden. Wir können wie geplant ausklarieren und die letzten Einkäufe erledigen. Am späten Nachmittag ankern wir in der Scotland Bay und gehen zum ersten Mal schwimmen. Nächste Reparatur mein WC funktioniert nicht mehr, also zerlegen und neue Membrane einbauen. Dabei bricht ein Teil des Gehäuses. Unserer Einschätzung nach ist die Beste Zeit für die Überfahrt nach Grenada am nächsten Tag mittags. Wir wollen noch eine Wanderung im Chaguaramas National Park machen, scheitern aber daran einen begehbaren Weg durch den Dschungel zu finden. Auslaufende Flut und Wind 10 bis 20 Knoten machen aus der Überfahrt einen angenehmen Start in die neue Segelsaison. Um 4h früh exakt 77,5 Seemeilen später erreichen wir die Prickly Bay in Grenada. Eine Wohltat für Augen und auch Körper, kein grünes Wasser mehr, angenehmes Blau rundherum ladet ein viel Zeit im Wasser zu verbringen. Im Gegensatz zu Trinidad ist die Landschaft auch sauberer, viele blühende Sträucher, und es gibt auch hier einen Budget. Marineersatzteilgeschäfte wie diese sind für uns Segler sehr wichtig.

15 Angenehmes Service16 Grenada Hauptstadt

 

 

 

 

 

 

Neu bei der Immigration ist einklarieren mit dem Computer. Neben denen dürfen wir auch sitzen um dann händisch die Papiere so wie früher auch auszufüllen. Stolz erklärt uns der Beamte das nächste Mal funktionieren sie dann. Neu ist ein Papier wo der Gesundheitszustand der Crew anzugeben ist. Hier wird auch gefragt ob man eventuelle Todesfälle unterwegs im Meer entsorgt hat. Eine andere Frage betrifft den Gesundheitszustand von den mitgeführten Tieren an Board. Gibt es tote Tiere auf dem Schiff? Ich habe das Lamm im Tiefkühlfach verschwiegen………………………………….

11 Erfolglose Suche nach einem Weg durch den Djungel12 Letzte Nacht in Trinidad in der Scotland Bay

 

 

 

 

 

 

In drei Wochen ist Weihnachten, Lufttemperatur heute 6.12. 13h 37 Grad. Wassertemperatur 29,5 Grad. Im Radio ertönt Weihnachtsmusik im Reggaestil. Die Einheimischen schmücken sich mit Weihnachtsmützen………………………………

17 Weihnachten kommt18 Weihnachten 2013 

 

 

 

 

 

 

St. George, die Touristen kommen zurück, vorbei ist die Hurricansaison und damit auch die „ besinnliche Zeit“ von uns Langzeitseglern. Die nächsten Monate müssen wir die sonst leeren Buchten mit Kurzurlaubern teilen.

14 Saison hat begonnen16 Grenada Hauptstadt