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2018-12-10 15:56

Dominicanische Republik

Einklarieren nach den Französischen und Britischen Inseln der Karibik eine echte Herausforderung. Auf den Französischen Inseln klariert man selbst ohne Kontrolle ein oder auch aus. Kosten dafür in Martinique 0 – 5 Euro ( Druckergebühr ) In Guadeloupe Des Haies 6 Euro. In Antigua Nelsons Dockyard kostete einklarieren  inkl. Nationalpark und Hafengebühr ca. 38.- US ausklarieren 0.-

St Barthelemy 17,24 Euro. Auf den BVIs kostet ein und ausklarieren je 1.-  US

In der Dom Rep ist Schluss mit einfachen und billigen einklarieren.  Nach der 286 Meilen langen Überfahrt von Jost van Dyke nach Samana  freut man sich wieder Land zu sehen, darf es aber nicht betreten. Zuerst Gelbe Flagge setzten und warten auf den Commandante. Es dauert nicht lange und es kommt ein privates Boot und bringt zwei Herren von der Navy und einen Dolmetscher. Sie sind hier um das Boot zu  durchsuchen, zuerst aber werden die Papiere kontrolliert. Um die Ausklarierungspapiere von den BVIs Buchstabe für Buchstabe abzumalen brauchen sie erst einmal Papier und Kugelschreiber. Die Herren sind  bestens geschult, allerdings nur  in Ernst und Boese dreinschauen. Sie sprechen ausgezeichnetes Spanisch aber kein einziges Wort Englisch. Der Dolmetscher erklärt mir, das die Durchsuchung des Bootes nach Drogen oder anderen unerlaubten Dingen mit einem kleinen Trinkgeld verkürzt werden könnte. Nach der Übergabe von 20.- US sind die Herren dann so überzeugt das sie gar nicht mehr nachschauen müssen und geben mir die Erlaubnis mit ihnen das Land zu betreten um die anderen noch notwendigen Behörden für die Einklarierung aufzusuchen. Mangels Spanischkenntnisse nehme ich die Dienste des Dolmetscher weiter in Anspruch. Zuerst zur Policia de Migracion, an der Tür das Schild apierto. Meine Freude ist nur von kurzer Dauer denn das Buero ist zur Zeit nicht besetzt, die Tür versperrt. Kein Problem, so mein Dolmetscher dann gehen wir erst einmal zum Capitan de Puerto. Hier erledigen fünf nette Damen die Schreibarbeit von 5 Zeilen in einen knappen halben Stunde. Kosten 28 US für Ankern im Hafen.

Zurück zur Policia de Migracion, immer noch geschlossen. Mein Dolmetscher telefoniert und erfährt das ein Kreuzfahrer eingelaufen ist und der Commandante bei der Ankunft eines Kreuzschiffes die volle Verantwortung zu tragen habe und deshalb das Buero auch längere Zeit geschlossen sein wird. Wir gehen zur Sperrzone und nach vielen Gesprächen mit vielen wichtigen Leuten erhalten wir dann die Erlaubnis den Commandante zu sprechen.  Zum Einklarieren müssen wir aber wieder die zwei Kilometer zurückspazieren. Fast zwei Stunden dauert dann die Amtshandlung, es sind vier kleine Zettel mit fünf Zeilen auszufüllen und dann noch die Zahlungsbestätigung. Nach Bezahlung von 118 US bekomme ich die Einreisestempel in den Pass. Ein kleines Problem ist vorher noch zu überwinden, die Stempel sind trocken, es muss erst Farbe besorgt werden. Ebenfalls brauche ich noch Kopien von den Pässen aber für ein paar US lässt sich auch das erledigen.

Für die Ausreise meiner zwei Gäste sind dann noch 70 US zu begleichen. Mein Hinweis das nun in einem Reisepass drei Stempel und in den anderen nur einer ist erzeugt keine Fröhlichkeit wird aber Fachmännisch ausgebessert.  Jetzt darf ich mich frei im Land bewegen, aber wenn ich den Hafen mit dem Schiff verlassen möchte muss ich wieder die Dienste der Navi in Anspruch nehmen.

Aber das ist ganz einfach, man nehme sich zwei Stunden Zeit, mit freundlichem Gesicht bewundert man die Geschicklichkeit des Beamten am Computer  und versucht Diplomatisch die Garantiert geschriebenen Fehler auszubessern. Die Ausstellung der Fahrerlaubnis hat eine Stunde vor Abfahrt zu erfolgen, kostet nichts, und wird  von einem Beamten zum Boot gebracht. Drei Tage Land Besichtigung, mit den Bus nach Santo Domingo, Fahrtzeit knappe drei Stunden für umgerechnet 14 Euro. Vorbei an Reisfeldern, Palmenwäldern und großen Farmen mit unzähligen Rindern. Viele einfache Holzhäusers prägen die Ortsbilder entlang der Straße. Die meisten Verkehrsteilnehmer sind auf Mopeds unterwegs, mit 3 oder vier Personen beladen sieht man oft. Ich frage einen Einheimischen wie viele Personen auf einem Moped Polizeilich erlaubt wären, er lacht nur und sagt mir das auch fünf oder sechs Personen mit so einem Zweirad unterwegs sein können.

Santo Domingo eine Millionenstadt, verstopfte Straßen, laut, viel Schmutz und Gestank. Ausgenommen die Altstadt, hier ist man sehr bemüht um die Ansprüche der Touristen zu erfüllen. Die einstigen Machtzeugnisse der Spanischen Besetzter sind renoviert und spiegeln die Vergangenheit. Unglaubliche Gegensätze zu anderen Inseln der Karibik wo  die Einfachheit der  Holzhütten von den Einheimischen keine Jahrhunderte überstehen.

1492 hat Kolumbus  die Insel La Hispaniola getauft, die provisorische Festung La Navidad errichtet und 40 Spanier zur Bewachung der  Insulaner zurückgelassen.

300.000 Taino Indianer lebten seit 200 n. Chr. auf der Insel. 1502 wird das Encomienda System  (Zwangsarbeit) eingeführt. Sklaven aus Westafrika werden importiert und zur Zwangsarbeit in den Goldminen eingesetzt.  Die meisten Erträge wurden nach Spanien gebracht doch auch die „ Verwalter „ der Insel  wussten sich ihre Umgebung mit Prachtvollen Palazzos standesgemäß zu gestalten.

1 Palazzo resize2 Santo Domingo Altstadt resize

 

Nach dem Besuch des Centrums der ehemaligen Welt der schönen und Reichen wollen wir die paar Kilometer zum Busbahnhof zurück gehen. Wir werden von Einheimischen gewarnt. Auf keinen Fall durch das Armenviertel gehen, viel zu gefährlich, wir werden ganz sicher überfallen. Mein Hinweis es ist Tag und wir haben nichts, wird entkräftet mit der Antwort, die Bewohner hier haben gar nichts und außerdem sei unsere Hautfarbe zu unterschiedlich. Wir gehen trotzdem und werden kurze Zeit später von zwei Polizisten auf einem Motorrad aufgehalten.  Sie weisen uns darauf hin, das diese Gegend für uns zu Gefährlich ist und wir sollen uns ein Taxi nehmen.

Nachdem ich ihren Rat ablehne und wir weitergehen fahren die beiden die ganze Strecke neben uns her und geben uns Geleitschutz.

Richtig gefährlich fand ich in dieser Gegend eigentlich nur die Gehwege sofern vorhanden. Große Löcher und zu Geld gemachte Kanaldeckel aus Eisen machen die Wege zumindest in der Nacht unpassierbar. Ein Schotterausschlag auf meinen beiden Knien erinnerte mich einige Zeit an die ungastlichen Wege.

3 Dom Rep Sammelware Kanaldeckel aus Eisen resize4 Polizeischutz resize

 

 

Wieder zurück nach Samana, einkaufen und die Erlaubnis zum Befahren der Küste nach Luperon einholen. Dazu muss man eine Navy clearence beantragen.  Ein Paar Zeilen zu Papier gebracht, eigentlich eine Angelegenheit von einigen Minuten aber nicht bei den Dominikanischen Behörden. Es werden wieder die Buchstaben von den Schiffspapieren abgemalt, natürlich mit Fehlern, um die auszubessern braucht es wieder Zeit. Mit freundlichem Gesicht, innerlich leicht kochend, darf man über eine Stunde die Geschicklichkeit der Uniformierten beobachten. Um sicherzugehen das man auch wirklich ausläuft werden die Papiere eine Stunde vor dem Auslaufen zum Boot gebracht.

In der nähe der Dominicanischen Nordostspitze stoßen wir auf Buckelwale und haben Gelegenheit diese riesigen Tiere eine Stunde lang beobachten zu können.

5 Dom Rep Buckelwal resize

 

 

Eigentlich wollten wir eine Zwischenstation auf der Strecke nach Luperon einlegen.

Zwei bis drei Meter hohe Wellen und eine sehr unruhige Küste überzeugten uns dann die 127 Seemeilen bis Luperon durchzusegeln.

Die Nordküste der Dom. Rep. ist nicht unbedingt ein ideales Segelrevier, wir sehen keinen einzigen Segler bis in die sehr gut geschützte Bucht von Luperon. Hier liegen mehr als wir die ganze Zeit bis jetzt gesehen haben. Circa 20 Boote aus allen möglichen Ländern nutzen den ruhigen Platz zum Einkaufen und für Landausflüge.

6 Ankerplatz Luperon resize

Doch zuerst kommt wieder das Empfangskomitee, Commandancia, Schreiber, Dolmetscher und Fischer der sie zum Boot bringt. Etwas enttäuscht weil wir schon in Samana offiziell einklariert haben müssen wir zumindest Fragen wie Waffen oder Rauschgift auf der  Strecke übernommen, über uns ergehen lassen.

Als nächstes dürfen wir an Land um uns bei der Immigration zu melden. Von der Immigration geht’s es dann zur Port Authority wo man feststellt das wir die 10 US Agriculture Abgabe  noch nicht bezahlt haben.

Das Ortsbild von Luperon wird beherrscht von kleinen bunten Holzhäusern, relativ gute Versorgungsmöglichkeiten und freundlichen Einwohnern. Puerto Plata liegt ca. eine Stunde entfernt und ist es mit dem Bus  günstig zu erreichen. Ein kleiner Nachteil ist die Unerfahrenheit in der Verteidigung des Sitzplatzes. Viele so genannte Buse sind Uralte Kleinwagen die 7 Personen aufnehmen. Wenn nur zwei Schwergewichte ihren Platz einnehmen wird es für die anderen 5 eng.

7 Luperon resize8 Einkauf Luperon resize

 

 

Puerto Plata ist etwas enttäuschend,  der Glanz vergangener Zeiten ist hier gänzlich verblasst. Einziger Höhepunkt ist das Café Austriaco wo es Apfel und Topfenstrudel gibt.

Geplante Ausflüge in die Berge, Kaffeeplantagen oder Wasserfälle werden mangels Zeit gestrichen. Die neue Crew für die Turks and Caicos wird vom Flughafen abgeholt. Sie müssen bei der Einreise nur 10 US bezahlen dauert ein paar Minuten ohne Schikanen.

9 Puerto Plata resize10 Puerto Plata Austriaca Kondidorei resize

 

 

 

Letzter Tag, ausklarieren, vorher neue Crew offiziell in den Schiffspapieren übernehmen, pro Person 35 US. Noch einmal Immigration danach Port Authority und eine Stunde vor dem Auslaufen zum Commandante mit der Bestätigung der bezahlten 15 US von der Port Authority.

Zusammenfassend, Dom. Rep. ist  sehenswert viele interessante Plätze die darauf warten von Fremden entdeckt zu werden, aber wegen Zeitersparnis das nächste mal doch besser mit einem Touristenflieger.