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2018-12-12 01:01

Bericht Costa Rica

Leben pur ist das Motto von Costa Rica. Und es stimmt in vielfacher Hinsicht. Von Panama kommend, gleich nach der Grenze Zweifelt man daran sich immer noch in Lateinamerika zu befinden.

Häuser Gärten Felder die gesamte Landschaft ist gepflegt und sauber. Kein Müll ist mehr sichtbar, keine vergitterten Fenster und Türen, keine Sicherheitskräfte mit Pistolen oder Gewehren.

Das Land ist in etwa so groß wie die Schweiz und es Leben circa 3,5 Millionen Menschen hier. Die Bevölkerung ist zum größten Teil weißer Abstammung, nur 2 % Schwarze die an der Atlantikküste in den riesigen Bananenplantagen beschäftigt sind. Costa Rica ist der Weltweit größte Bananenexporteur und wird deshalb auch Bananenrepublik genannt.

1 Costa Rica Leben pur resize2 Costa Rica Bananenrepublik resize

Einzigartig für das Krisengeschüttelte Lateinamerika ist die Tatsache dass es hier kein Militär gibt. Die einzigen Panzer des Landes werden von Tieren ( Schildkröten ) getragen.  1949 wurde die Armee abgeschafft und damit ein Grundstein für das friedlichste Land Amerikas geschaffen.  Die Bewohner werden wegen ihrer Angewohnheit in der Sprache gerne die Verkleinerungsform zu verwenden Ticos, Männer und Ticas Frauen genannt. Es ist ein Zeichen von Freundlichkeit statt hermano ( Bruder ) hermanitico ( kleines Brüderchen ) zu sagen. Aus momento wird so momentito nämlich momentchen. Selbst der Stierkampf wird hier unblutig ausgeführt. Als Tourist hat man hier das Gefühl absolut sicher durch das Land reisen zu können. Einzige Ausnahme ist die Gegend um Limon in der die meisten Schwarzen des Landes leben.

3 Costa Rica Haus Ostkueste resize4 Costa Rica Regenzeit vorboten resize

 

Unsere Rundreise durch Costa Rica begann von Panamas Westküste aus kommend am Grenzübergang Paso Canoas. Unser Freund Siegfried der schon einige Jahre Costa Rica als sein Lieblingsland besucht hat sein Auto ein paar Kilometer nach der Grenze bei einem Hotel geparkt. Ursprünglich wollte er uns  damit in Panama besuchen aber die Grenzformalitäten sind eine längere Prozedur mit eigenem Auto. Nach mehreren Versuchen hat er sein Auto zurückgelassen und ist mit dem Flugzeug gekommen. Die Panamericana in Panama noch vierspurig und zu einem großen Teil als Autobahn ausgeführt verengt sich nach der Grenze zu einer schmalen Straße. Gemütlich windet sie sich entlang von Flüssen bis in eine Höhe von über 3200 Metern.

5 Costa Rica Siegfried Auto Hotel resize6 Costa Rica Berge Wolken resize

Die Luft ist ab 1000 Metern kühl und rein, eine willkommene Abwechslung zu der das ganze Jahr über herrschenden tropischen Hitze an Panamas Ostküste. Die erste Nacht verbringen wir in San Isidro de El General. Zum Frühstück gibt es nur Landestypische Kost. Gallo Pinto, Reis mit schwarzen Bohnen, für uns ein etwas ungewöhnlicher Geschmack am frühen Morgen. Das populärste Tagesmenü ist Casado, heißt übersetzt „Verheiratet“. Reis und gebratene schwarze Bohnen, Zwiebel oft mit Rührei oder auch Sauerrahm. Dazu gebratene Kochbananen gebratenes oder gekochtes Fleisch. Und warum heißt das Gericht casado? Es ist das, was den tico angeblich täglich – und für den Rest seines Lebens erwartet, wenn er eine tica heiratet. In den

 Restaurants ist der Speiseplan etwas reichhaltiger und wer sparsam mit seinem Geld umgehen möchte besucht ein Soda. Kleine einfache Straßen Lokale wo die meist Landestypische Kost von Mutter und Tochter selbst zubereitet wird.

7 Costa Rica Soda resize8 Costa Rica Restaurant resize

 

 

Siegfried bekommt in der Stadt nun auch das letzte fehlende Papier für sein Auto um in Zukunft die Grenze überqueren zu dürfen. Er will es auch ausprobieren und wird uns in zwei Wochen zurück nach Panama bringen. Unser nächstes Ziel ist die Hauptstadt San Jose. Auf einer Hochebene in einem breiten fruchtbaren Kaffeetal liegt die Stadt in 1150 m Höhe am Fuße der Kordilleren. Verkehrstau, Lärm und Abgase sind ein wenig störend in dem sonst so ruhigen und beschaulichen Land. Die Neoklassistischen Häuser aus der Jahrhundertwende im alten Viertel Barrio Amon sind sehenswert.

9 Costa Rica San Jose Post resize10 Costa Rica San Jose Altstadt resize

 

 

 

Unser nächster Ausflug führt zum 2704 m hohen Vulkan Poas. Wir haben passendes Wetter um den Nebelwald gemäß seines Namens richtig zu erleben. Der Wind treibt die Wolken durch die Täler, es ist kalt und nass. Wir suchen eine Unterkunft und wollen abwarten ob Morgen ein Blick in den Vulkan möglich ist. Die Temperatur ist auf unter 15 Grad gefallen und wir sind froh eine kleine Wohnung mit offenem Kamin mieten zu können.

11 Costa Rica Nebelwald Boas resize12 Costa Rica offener Kamin Boas resize

 

Wir haben genug von der Kälte und fahren nach La Fortuna. Am Fuße des Vulkanes Arenal gelegen, ein kleines Städtchen das vom Tourismus lebt. Die Hauptattraktion ist ein Fluss mit Thermalwasser das vom Vulkan gespeist wird. Exotische Pflanzen und Tiere bilden eine fast Kitschige Kulisse, sicher eines der schönsten Thermalbäder Weltweit. Aber auch die Umgebung mit dem Arenal See ist wunderschön. Hier treffen wir auf viele Nasenbären und besuchen einen Ort der zu Recht die kleine Schweiz genannt wird. Der Schweizer Franz und Silena Ulrich haben sich vor über 40 Jahren hier niedergelassen und ein kleines Paradies geschaffen. Wären da nicht die exotischen Pflanzen und Kolibris würde man glauben sich wirklich in der Schweiz und nicht in Lateinamerika zu befinden.

13 Costa Rica La Fortuna Arenal resize14 Costa Rica Nasenbaeren auf der Strasse resize

 

 

 

 

 

 

 

15 Costa Rica kleine Schweiz resize16 Costa Rica kleine Schweiz Kapelle resize

 

 

 

 

 

 

 

Siegfried will uns seinen Lieblingsplatz an der Pazifikküste zeigen. An Afrikanische Savannen erinnern weite Landstriche mit ausgedörrtem Gras. Von Dezember bis Mai ist hier Trockenzeit, keine angenehme Zeit für die großen Viehherden die hier für Hamburger gezüchtet werden. In Samara ist Badestopp, endlich wieder schwimmen im 30 Grad warmen Pazifik. Ein langer Sandstrand mit nicht all zu vielen Besuchern ladet zum bleiben ein. Wir fahren weiter der Pazifikküste entlang in Richtung Süden. Für Puntarenas und Quepos bleibt nicht viel Zeit übrig und in Manuel Antonius wo Siegfried auch eine Zeit lang gewohnt hat ist es uns zu Touristisch.

17 Costa Rica Westen Trockenzeit resize18 Costa Rica Pacifikkueste Samara resize

 

 

 

Nach der kurzen Hitzepause geht es wieder ins Landesinnere. Ein kurzer Halt an einem Fluss wo Baden nicht ratsam ist, ist der nächste Höhepunkt unseres Costa Rica Besuches. Der Fluss ist voll mit großen Krokodilen. Beim überqueren der Kordilleren haben wir wieder Glück, blauer Himmel super Sicht und das in einer Höhe von über 3000 Metern. Vorbei an mustergültig genutzten Landwirtschaftlichen Flächen geht es zum Vulkan Irazu. Wenn das Wetter optimal ist sieht man von hier den Atlantik im Osten und den Pazifik im Westen.

19 Costa Rica Cocodrilos resize20 Costa Rica Landschaft resize

 

 

 

 

 

 

 

21 Costa Rica Vulkantour mit Sigi resize22 Costa Rica Vulkan Turrialba resize

 

 

 

 

 

 

 

Das überqueren der Kordilleren ist sehr abwechslungsreich. Zuerst Tropisch mit der üppigen Vielfalt des Regenwaldes. Von 1000 bis 3000 m Höhe gedeihen viele Feldfrüchte und Haciendas und Fincas sind von der Straße aus zu sehen. Auf sanften Tourismus wird hier großen Wert gelegt, keine Bettenburgen, fast nur kleinere Hotels die sauber und schön eingerichtet sind. Costa Rica hat mehr als ein Fünftel seiner Fläche unter Naturschutz gestellt, als Nationalparks, Biosphärenreservate und Indianerreservationen.   

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Unsere letzte Strecke in Costa Rica führt uns in einer langen Kolone von LKWs hauptsächlich beladen mit Bananen und Ananas nach Lemon. Die großen Konzerne wie Monte, Dole oder Chiquita sorgen  hier für Arbeit, unzählige Container werden eingeschifft für den Europäischen Markt. Hier ist es wieder wie in  Panama, die Temperatur weit über 30 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit, und links und rechts von der Straße jede Menge Müll. Die Häuser sind vergittert, Wachgesellschafften bringen viel Personal unter. Einen Abendspaziergang oder Besuch von Lokalen sollte man sicherheitshalber in Lemon nicht machen. Die letzten Kilometer geht es der Atlantikküste entlang. Regenwald säumt die Straße und es gibt weiße und schwarze Sandstrände, für Badefreunde und Meerhungrige ideal.

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Wir erreichen den Grenzübergang nach Panama am frühen Nachmittag und freuen uns schon darauf noch etwas von der Umgebung Bocas del Toro zu sehen. Die Reisenden die von Costa Rica nach Panama wollen werden zumeist mit Kleinbussen an die Grenze gebracht. Dann gehen sie zu Fuß über die Grenze um auf der anderen Seite in Taxis aus Panama einzusteigen. Ich glaube dass das Wort Grenzübergang hier seinen Ursprung hat weil circa 99 Prozent der Leute über die Grenze gehen. Wir haben die Luxusversion weil mit eigenem Auto. Nun auch Ausgerüstet mit den richtigen Papieren sicher kein Problem. Weit gefehlt, für die paar Hundert Meter nach Panama benötigen wir mehr als vier Stunden. Das Besorgen von Kopien ist noch eine leichte Aufgabe. Der Abschluss einer speziellen Versicherung ist auch nicht so schlimm. Nach Immigration und Zoll fahren wir los und werden nach circa 20 km von der ersten Straßenkontrolle wieder zurückgeschickt. Es fehlt ein wichtiges Papier ohne dem man in Panama nicht fahren darf. 1000 USD Strafe und beschlagnahme des Autos wäre die Folge. Zur Ausstellung dieses Papieres ist wiederum ein Meldepapier mit Wohnsitz Costa Rica notwendig…………….Melitta fragt mich schon nach Plan B…….aber Siegfried hat mehr Geduld als die Einheimischen Beamten und wir dürfen spät aber doch die Grenze passieren, Erlaubnis für 30 Tage fahren in Panama erteilt.

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