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2018-12-12 00:13

Panama 1

Zwei Freunde der Kleine  Tiger und Kleiner Bär leben glücklich in einem Häuschen in der Nähe eines Flusses. Der kleine Bär ist leidenschaftlicher Fischer, und der kleine Tiger ist ein versierter Pilzsammler, der eine kleine gelbschwarz gestreifte Holz Ente mit Rädern besitzt. Er nennt sie deshalb Tigerente.

Eines Tages fischt der kleine Bär eine leere Holzkiste mit der Aufschrift Panama aus dem Fluss. Er schnuppert an der Kiste, sie riecht nach Bananen, und er beschließt, das Panama das Land seiner Träume sei. Der kleine Bär erzählt seinem Freund kleiner Tiger phantasievoll, das Panama ein Ort sei, wo alles besser, größer und schöner als Zuhause sein soll und dass sie nun in dieses Land reisen.

Am nächsten Tag machen sich die beiden mit einem Kochtopf, einer Fischerrute, einem Hut und der Tigerente auf den Weg nach Panama. Zuerst fertigen sie aus der Kiste einen Wegweiser und gehen in die gezeigte Richtung. Während ihrer Reise treffen sie auf die verschiedensten Tiere. Die meisten wissen nicht wo Panama liegt, und einige geben ihnen falsche Richtungsangaben. Die beiden Freunde laufen durch diese Angaben im Kreis herum und kommen schließlich wieder in ihrem alten Zuhause an.

Da in der Zwischenzeit ihr Haus durch die Witterung verändert wurde, sowie Bäume und Sträucher gewachsen sind ist ihnen nicht bewusst, dass sie wieder in ihrem ursprünglichen Zuhause angekommen sind. Sie finden auf dem Boden vor ihrem Haus den Wegweiser mit der Aufschrift Panama und glauben deshalb, dass sie tatsächlich an ihrem Ziel angekommen seien. Sie reparieren das Haus und sind glücklich, endlich im Land ihrer Träume zu sein.........

Der Beginn meiner Reise liegt nun mehr als 10 Jahre zurück, zum Unterschied zu den beiden Freunden aus der Geschichte, habe ich Panama nicht gesucht. Die einfachste Route von Europa in die Karibik, dem Passatwind folgend hat mich hier her gebracht. Mit Informationen aus diversen Seglerbüchern ausgestattet bin ich mit etwas Skepsis hier angekommen. Panama ist gefährlich, ein Lateinamerikanisches Land wo Mord und Totschlag an der Tagesordnung steht. Ich habe mir auch eine Verteidigungsstrategie überlegt. Für mich als Pazifist kommt eine Schusswaffe nicht in Frage, aber Tipps von den Erzählungen anderer, Verteidigungsbereitschaft anzuzeigen, ein schweres Werkzeug sichtbar mitschleppen, konnte ich mir vorstellen.

Die ersten sechs Wochen verbrachte ich mit meiner Frau Melitta und Freunden, der Onotoa Crew Sylvia und Helmut bei den San Blas Inseln. Danach flogen die Drei nach Österreich zurück und ich wollte Panama alleine erkunden.

Vor Porto Belo ( schöner Hafen ) legte ich Bright Star an die Kette. Die Bucht ist sehr gut geschützt, der Anker beißt sich richtig in den tiefen schlickigen Grund hinein. In Porto Belo erwachen wieder die Befürchtungen das Panama nicht so sicher ist. Die Stadt wird hauptsächlich von Nachkommen der Sklaven aus dem Kongo bewohnt die von den Spanischen Entdeckern für Zwangsarbeit hier her gebracht wurden. Leider passt in mein Europäisches Verständnis hausgemachte Unordnung und Verschmutzung nicht hinein. Und aus dem Grunde brauchte ich auch länger um mich da auch wohlzufühlen.

Geschichtlich ist Porto Belo sehr interessant, 1502 entdeckt von Christopher Columbus.  Als Umschlageplatz für die erbeuteten Waren war es der wichtigste Ort in Panama. Die Bucht wurde von einer mächtigen schier uneinnehmbaren Verteidigungsanlage beschützt. Bis der Pirat Henry Morgan mit seinen Männern die Stadt umging und sie vom Land aus angriff.

Sehenswert ist das alte Zollhaus aus dem Jahre 1630 und die Kirche mit der Statue des schwarzen Christus. Von weit her kommen Wahlfahrer um auf Knien rutschend Respekt zu zeugen.

1 Portobelo Ankerplatz resize2 Portobelo Geyer Fort resize

Für uns Segler ist es eine Einkaufsmetropole, es gibt fünf Chinesische Läden hier um sich einzudecken. Von Kolumbien kommend, mehr als 300 Kilometer der Küste entlang sind die Einkaufmöglichkeiten bei den Kuna Indianern sehr bescheiden. Es gibt auch keinen einzigen Bankomaten um sich Geld zu besorgen. Für uns Europäer ziemlich Ungewohnt sind die zahlreichen Furchteinflößend Bewaffneten Sicherheitsleute, die man hier in Panama vor jedem größerem Geschäft sieht. Vor den Banken ist es noch verständlich, aber auch jeder Transport mit Lieferwagen wird gesichert. Bei meinen Lieblingschinesen in Porto Belo beobachtete ich wie von einem Lieferwagen zuerst der Wachmann ausstieg, das Fahrzeug sicherte, und dann erst wurde die mit Zusatzschlössern gesicherte Lade Tür geöffnet um die bestellte Milch auszuliefern.

Ein Segelmacher, Rainer aus Deutschland, hat hier einen längeren Halt auf der Fahrt um die Welt eingelegt. Zusammen mit seiner Frau Birgit betreibt er auch ein kleines Lokal genannt Casa Vela. Ein Seglertreffpunkt, wo man sich bei einer Erfrischung auf der Terrasse so manchen guten Ratschlag holen kann. Es ist auch ein Treffpunkt für viele arme vier Pfotige Lebewesen, die beiden sehen es als Selbstverständlichkeit allen Tieren zu helfen.

3 Porto Belo Birgitt und Rainers Casa Vela resize4 Portobelo schwarzer Jesus resize

In der Bucht liegt auch ein großes Schiff, die San Blas Ferry geschmückt mit einer Österreichischen Flagge. Der Eigner, Fritz ein waschechter Wiener, kommt mit seinem Dinghy vorbei um mich zu begrüßen und auch mich auf einen plausch zu sich auf die Fähre einzuladen. Fritz lebt seit Jahren in Panama und kennt dadurch das Land und vieles mehr hier. Er verdient sein Geld im Transportwesen. Es gibt keine Straße von Panama nach Kolumbien, und das macht die Sache so Interessant. Mit zwei Katamaranen befördert er  Rucksack Touristen von Panama nach Cartagena. Kurz vor unserem Kennenlernen hat er allerdings ein Boot verloren. Um diese Lücke wieder zu Schließen und das Geschäft noch mehr anzukurbeln kaufte er in Kanada eine Fähre und ankert damit nun hier in der Bucht um Panamenische Auflagen zu erfüllen. Wie sich leider erst später herausstellt wird ihm damit nur sehr viel Geld aus der Tasche gezogen. Er bekommt keine Genehmigung, es gibt keinen offiziellen Grenzverkehr mit Fährschiffen und so soll es auch bleiben.

5 San Blas Ferry Eigner Fritz aus Wien resize6 Panama Fritz resize

 

Von Porto Belo aus ist es leicht das Land zu erkunden, jede halbe Stunde fährt ein Bus nach Colon. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten, kommt darauf an ob man einen Nachkommen von Senna erwischt, aber auch wie viele Leute wo zusteigen. Latinos gehen gerne, aber nur den bequemsten Weg, und der Bus hält bei jedem der die Hand hebt, auch wenn es alle 50 Meter ist. Die alten Amerikanischen Schulbusse sind meist liebevoll bemalt und mit vielen unnötigen Dingen aufgeputzt. Die Frontscheibe ist zugeklebt bis auf einen kleinen Sehschlitz, Scheibenwischer und Fahrtbeleuchtung funktioniert nicht immer aber dafür ist die Soundanlage hörenswert, wenn man eine gewisse Lautstärke verträgt. Der Fahrpreis ist günstig, eine Stunde bis Sabanitas kostet1,30 bis Colon ca 1,5 Stunden 1,60.

7 Panama Bus Sehschlitz resize

8 Panama Bus Colon resize

 

 

 

Im Bus erlebt man auch immer wieder wie Mülltrennung in diesem Teil des Landes funktioniert. Die Leute trennen sich vom Müll indem sie einfach alles aus dem Fenster des fahrenden Busses werfen. Kilometerlange Müllhalden entlang der Straße zeugen davon. Es gibt auch Müllplätze wo einmal die Woche die Müllcontainer geleert werden, leider sind nicht viele der Leute die mit Autos vorbeifahren und ihren Müll entsorgen wollen so Wurfgenau um auch in den Container hineinzutreffen. Und die Müllabfuhr hat nur den Auftrag den Inhalt des Containers zu entsorgen.

9 Panama Muell neben der Strasse resize10 Panama Muell resize

 

Ich habe Colon mehrmals besucht, ein Besuch reicht nicht, außer man hat Angst. Colon hat den Ruf eine der gefährlichsten Städte der Welt zu sein. Einmal wurde ich von einem Polizisten auf die andere Straßenseite geschickt mit der Begründung es sei für einen Touristen sicherer. Andere Menschen haben mir geraten mich nur im inneren eines Taxis durch die Stadt zu bewegen. Viele Arbeitnehmer hier bekommen ihren Lohn Mitte und Ende des Monats. Die meisten Überfälle passieren zwischen dem 10. und 15. Und zwischen den 25. Und 30 des Monats. Ich habe die ganze Stadt zu Fuß erkundet auch in den Ärmsten und schmutzigsten Teilen der Stadt hat jeder meinen Gruß erwidert und ich habe mich nie bedroht gefühlt. Allerdings war ich nie nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs und die Art meiner Bekleidung war ähnlich wie die der Armen Leute hier.

11 Panama Colon resize12 Panama Colon Wohnhaeuser resize

 

Einkaufen in richtigen Supermärkten wie in Europa kann man in Sabanitas, hier gibt es einen großen Ray und auch einen Super 99. Für eine Dose Bier bezahlt man zwischen 0,50 und 0,70 cent. Trinkbarer Wein der Marke Clos kostet USD 3,40 oftmals gibt es Aktionspreise dann kosten 3 Liter USD 6,80. Außerdem ist es hier im Gegensatz zu Porto Belo möglich Geld abzuheben, Telefon und Internetguthaben zu erwerben, und auch noch viele Andere nützliche Dinge zu erledigen. Wer vor hat Internet auch in den San Blas Inseln zu benützen der sollte sich eine Digicel Karte um 3 USD besorgen. Guthaben gültig für 30 Tage gibt es dann um USD 14,90. Eine weitere sehr gute Einkaufmöglichkeit  ist 4 Alto am Stadtrand von Colon gelegen. Die vielen Läden sind mit unglaublich billigen Waren vollgestopft, wer keinen Wert auf Qualität und Haltbarkeit legt, wird sich hier wohlfühlen. Für uns Segler gibt es hier  auch einen Abernathy, ein Marinestore mit mäßigem Angebot. In der Free Zone in Colon kann man noch billiger einkaufen, man braucht aber Verbindungen um die Waren durch die streng Kontrollierten Ausgänge zu bringen.

13 Panama Kreutzung Colon Sabenitas resize14 Billigland Panama resize

 

 

Um weitere Ersatzteile für das Schiff  zu bekommen muss man nach Panama City. Von Sabanitas aus ca. 1 Stunde mit dem Bus, kostet 3,50 Empfehlenswert ist da der Hardware Store Discovery Center oder die Marine Läden in Amador. Viel billiger kauft man in kleinen Läden in der Altstadt, braucht dazu allerdings wissen und Erfahrung von Leuten wie Fritz, der mir viel geholfen und auch gezeigt hat.

Die Pazifische Seite Panamas ist viel sauberer als die Atlantikküste, auch das Klima ist hier angenehmer und die Tropischen Regenfälle sind seltener. Die Hauptstadt selbst ist sehr modern, viele Hochhäuser prägen mit ihren Glasfassaden das Gesicht der Stadt. Architekten setzen hier Kühne Pläne in die Wirklichkeit um. Das Biomuseum ist ein Beispiel dafür.

15 Biomuseum resize16 Panama City Hochhaeuser resize

 

 

 

 

 

 

Von der sehr guten Versorgung im Gesundheitsbereich kann aus eigener Erfahrung berichten. Der Meniskus von meinem rechten Knie war so lädiert das ich nicht mehr gehen konnte. Eine Operation durchgeführt von Dr. Emilio Tufino machte mich innerhalb einer Woche wieder schmerzfrei.

17 Panama Meniskusoperation resize18 Panama nach OP resize

 

 

 

 

 

 

In der großen Stadt habe ich mich des Öfteren auch verlaufen. Wie bei der Erzählung vom kleinen Bär und seinem Freund dem kleinen Tiger habe ich Leute um die richtige Richtung gefragt. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit, und auch wenn sie keine Ahnung haben wo sich das gesuchte Ziel befindet, sie schickten mich nicht nur einmal in die falsche Richtung. Ein Latino gibt sich keine Blöße, er weis einfach alles.

19 Panama Hochhaeuser resize20 Panama Glasfasaden resize

Die Österreichische Crew der Alien die ich in Grenada kennengelernt habe, Conny und Martin ankern auch in Porto Belo. Sie bereiten sich auf die Passage durch den Panama Kanal vor. Jedes Schiff muss 4 Linehander bei der Durchfahrt an Board haben. Da ich Zeit genug habe fahre ich mit ihnen, zusammen mit Martina und Florian von der Esperanza, durch den Kanal. Zuerst in die Shelter Bay Marina um die vier 50 Meter langen Leinen und die vorgeschrieben Autoreifen zu übernehmen. Am Nachmittag holen wir den Advisor  der uns durch den Kanal führen soll, und er bringt uns sicher durch die drei Schleusen in den Gatunsee.

Nach einer Nacht an einer Boje soll es am nächsten Morgen zeitig weiter gehen. Leider kommt der neue Advisor drei Stunden später als abgemacht und möchte die Zeit mit mehr Geschwindigkeit wieder gutmachen. Martin will das aber seiner doch schon älteren Maschine nicht antun und so erreichen wir später als geplant die vier Miraflores Schleusen. Vor einem Ozeanriesen der die Panamax weite optimal ausnützt sinken wir langsam in den Pazifik. Hinter uns liegen 50 Seemeilen, 92 Kilometer die den Atlantik vom Pazifik trennen. Die Passage der Alien kostete 1200.- USD. Für die teuerste Durchfahrt  bezahlte die Westerland of Sea 419000.- USD. Die billigste Durchquerung bezahlte Richard Halliburton, er durchschwamm den Kanal 1926 und die Gebühr machte 36 cent nach Berechnung seines Gewichtes.

21 Panamakanal absenken resize22 Panamakanal Panamax Groesse resize

 

Ein anderes Abenteuer ist mit einem Leihwagen Panama zu erkunden. Wer die Italienische Fahrweise gewöhnt ist, kommt auch hier gut zurecht mit dem Kampf um jeden Millimeter auf den Straßen. Gefährlich sind die vielen Schlaglöcher deren Größe und Tiefe mühelos eine Stahlfelge zerschlagen. Tagsüber hilft man sich mit zick zack Kurs, Nachtfahrten sind dann etwas spannender. Es gibt auch viele Sammler in Panama deren Leidenschaft Kanaldeckel sind. Und so sind diese auf den Straßen auch nur mehr selten zu Finden. Besonders Reizvoll ist während eines tropischen Regengusses mit dem Auto über die Straßen zu schwimmen. Von einem Ausflug nach Darien, zurück nach Panama City fahrend, erreichte ich kaum mehr als 30 Kilometer pro Stunde. Angenehm sind die Treibstoffpreise, Diesel kostete 0,45 cent pro Liter. Tankstellen gibt es genügend im Land außer auf der Costa Arriba Strecke wo auch Porto Belo liegt. Hier  ist die nächste in Sabanita, also 80 Kilometer Tankstellenfrei.

23 Panama Regenzeit resize24 Panama Strasse Kanaldeckel resize

Nach ein paar Monaten tropischer Hitze, es hat das ganze Jahr über Temperaturen zwischen 26 und 36 Grad, hatte ich Sehnsucht nach kühler Luft. Nach Boquete, ein Ferienort in den Bergen, sind es von Porto Belo aus circa 600 km. Mein Vorhaben mit dem Panama City Bus bis zur Endstation Albrook und dann mit einen Überlandbus fast durch das ganze Land zu fahren war schnell wieder verworfen als ich mit Fritz darüber sprach. Zufällig hatte Fritz in Bocas del Toro etwas zu erledigen und ich durfte die Fahrt in seinen Geländewagen genießen.

Panamas Westküste ist Landwirtschaftlich anders genutzt als die Atlantische Seite wo der Regenwald überwiegt. Hier ist auch die einzige Straße die Panama mit Costa Rica verbindet.

Vorbei an riesigen Anbauflächen die mit großen Landwirtschaftlichen Maschinen bewirtschaftet werden, Weideflächen voll mit Rindern, Hotelburgen entlang des Pazifischen Ozeans, schleichen wir durch eine 300 km lange Baustelle. Hier wird mächtig investiert, die Orte sind neu, modern und fast nur von Weißen bewohnt.

In Almirante kommen wir spät Abends an und übernachten in einem Hotel. Am nächsten Morgen geht die Reise mit einem Schnellen Boot weiter zur Hauptinsel von Bocas del Toro. Hier bleiben wir ein paar Tage, Fritz besucht alte Bekannte, und ich mache Urlaub. Der Mund des Stieres, Bocas del Toro übersetzt, ist sehr Touristisch. Verwöhnt vom Luxus mit dem eigenen Boot die schönsten Inseln, Strände oder an besonderen Stellen zu Ankern, bin ich nicht wirklich sehr begeistert von der sonst so gut beschriebenen Umgebung

25 Dinghymotoren resize26 Panama Bocas del Toro 1 resize

 

 

 

 

 

 

Auf der Rückfahrt die uns durch Chiriqui führt besuchen wir Boquete. Mindestens 10 Grad kühler als am Meer ist es hier in den Bergen, die Luft ist Tagsüber angenehm, in der Nacht dann ungewohnt Kalt. Es ist ein Touristenort mit vielen sportlichen Angeboten. Wir könnten hier den höchsten Berg Panamas erklimmen, ein Vulkan 3475 m hoch, haben aber leider die Bergschuhe vergessen.

27 Panama Chiriqui Boquete resize28 Panama Oeste resize

Auf der  Rückfahrt nach Panama löst sich der Turboschlauch und das Auto von Fritz hat keine Leistung mehr. Nach kurzer zeit leuchtet auch noch die Ölkontrolle und wir müssen 3 Liter Öl nachfüllen. Fritz ist für solche Fälle gerüstet und hat genug Reserve mit. Eine halbe Stunde später wiederholt sich das ganze. Von jetzt an jede halbe Stunde, Fritz fährt jede erreichbare Tankstelle an um Öl zu kaufen. Nach 15 Liter Ölverbrauch auf 100 km finden wir einen Mechaniker der feststellt, das ein Gummischlauch bei der Ölwanne gerissen ist. Er schleppt uns ab besorgt einen neuen und baut ihn auch ein. Leider ist der Motor nun etwas verstimmt, er braucht weiter Unmengen Öl, wir fliehen vor einer schwarzen Wolke aus Rauch. Die anderen Autofahrer signalisieren uns das irgend etwas nicht stimmt mit unseren Auto. Ein Polizist hält uns an und verbietet die weitere Gefährdung Panamas durch unsern mittlerweile nicht mehr ganz umweltfreundlichen Wagen.

In einer Fachwerkstatt erfahren wir dann das es völlig ungewöhnlich ist das bei dieser Fahrzeugtype etwas kaputt wird, aber es würde Tage dauern bis sie einen neuen Motor eingebaut hätten. Fritz hofft das der Polizist der uns das Weiterfahrverbot aussprach schon Dienstschluss hat und wir fahren nach Einbruch der Dunkelheit die restlichen 200 km weiter nach Panama City. In der Nacht sieht man den schwarzen Rauch nur mehr wenn wir durch beleuchtete Siedlungen mit Standgas rollen. Nach einer kurzen Nacht im Hotel Cibeles im Centrum Panamas gelegen, fahren wir um 4 h morgens die letzten Kilometer zur Generalvertretung Nissans. Kaum Verkehr wird von unserer Rauchwolke gestört, aber der Streifenwagen der mit Blaulicht und Sirene bewaffnet uns aufhält ist da anderer Meinung. Nachdem die zwei Beamten die zwei Geldscheine aus dem Reisepass von Fritz entfernt haben sind wir von aller Schuld befreit und dürfen gehen.

Für Bright Star habe ich schon vor dem Ausflug in Puerto Linton einen sicheren Platz gefunden, hier entsteht eine neue Marina die in dieser Phase des Aufbaues mit 10 USD pro Tag sehr günstig ist. In Colon, in der Shelter Bay Marina kostet der Tag 70 USD. So lange ich zu Hause bin stört es mich nicht das es hier in der Marina keinen Pool oder Sanitäre Anlagen gibt, eben so wenig das Fehlen von einem Restaurant. Puerto Linton ist ein kleiner Ort, ohne Einkaufsmöglichkeit, im Centrum gibt es ein Einheimischen Lokal wo man sogar mit dem Pferd in das Lokal reiten kann.

29 Panama Gasthaus Pferd resize30 Porto Belo Abendstimmung 26.8. resize

Ein zweites liegt am Rand des Ortes, und dieses wird von Hans, einem Holländer betrieben. Er hat nicht nur ausgezeichnete Küche, sondern bietet auch verschiedene Marine Dienste an. Für das Füllen meiner Gasflasche bezahlte ich in der Panamarina den doppelten Preis wie bei Hans. Etwas störend hier an diesem sonst so Idyllischem Ort sind die vielen Tiere der Umgebung. Das Brüllen der Brüllaffen kann sehr laut werden, obwohl diese Tiere gar nicht so groß sind. Mit den vielen Vögeln ist es auch nicht immer einfach. Viele Schwalben auf der Reling können das Deck unter ihnen ordentlich Mist machen. Auch Pelikane lieben es Schiffen ihren Rastplatz aufzuschlagen. Ich habe immer viel Obst an Board. Eines Tages musste ich Anhand angebissener Bananen feststellen ich einen ungebetenen Gast an Board habe. Damit kenne ich mich aus, hatte ich schon in Griechenland, Italien und auch auf den Kanaren. Ausgestattet mit den Besten Mausefallen werde ich den Nager schon bald zur Strecke gebracht haben. Am nächsten Tag ist Speck und Käse unberührt in der Falle, aber auf der nächsten Banane sind frische Nagespuren. Jagdfieber kommt auf, ich brauche eine neue Abwehrstrategie. Mein Freund Helmut der mit seiner Onotoa neben mir Ankert beendet meine Mordlust. Er erzählt mir von angebissenen Bananen auf seinen Schiff und das er den Täter gestellt hat. Es war eine Maus, sie flog in die Koje wo sie Bekanntschaft mit seiner Frau Sylvia machte. Diese Fledermaus hat sicher seit dieser Begegnung einen Gehörschaden. Mit den angebissenen Bananen haben wir den Affen die hier zahlreich anzutreffen sind eine kleine Freude gemacht.

31 Panama Melitta Affenfuetterung 1 resize32 Panama Echse gruen resize

 

 

Wie jedes Jahr genieße ich meinen jährlichen Heimaturlaub um nach zwei Monaten wieder zurück nach Panama zu kommen. Die Flugpreise sind für diese weite Strecke angenehm. Von Panama nach Wien und retour gibt es ab 444.- Euro.