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2018-12-10 16:16

 

365 Trauminseln, Kuna Yala Archipel San Blas

Vollgestopft mit Träumen von viel gehört und gelesenen komme ich am 14. Mai. 2015 in Porvenier zusammen mit meiner Frau Melitta an. Viel Wind, hohe Wellen und Gewitter haben die Überfahrt von den Cayman Islands etwas anstrengender gemacht als geplant.

Der erste Eindruck, Palmenumsäumte Sandinseln, ruhiges sauberes Wasser hinter Riffen. Die Welt der Kuna Indianer öffnet sich für uns als das erste Ulu, ein Einbaum der mit einem Ruder oder auch mit Segel gefahren wird, vor uns auftaucht. Frauen in ihrer Nationalen Tracht bieten uns Molas an.

1San Blas resize2 Panama Kuna Yala Frauen Kanu resize

Molas sind textiles Kunsthandwerk, durch Applikationstechnik verzierte Baumwollstoffe mit einem breiten Spektrum von Motiven und Formen. Sie bilden ein Element der Tracht der Frauen und sind bei Touristen ein beliebtes Mitbringsel. Historiker vermuten, dass die Anfertigung von Molas durch den Einfluss Christlicher Missionare entstanden ist. Es wird angenommen dass die Kuna früher gar keine oder kaum Kleidung trugen und stattdessen ihre Körper bemalten. Die Motive sind aus dem Leben gegriffen und erzählen von der Geburt bis zum Tode der Menschen und ihrer Umgebung.

Geduldig sitzen die Frauen mit ihren Kindern im Ulu und zeigen uns ihre Kunststücke. Sie scheinen unendlich Zeit zu haben, freundliche Menschen, lachen viel und  Verkaufserfolg spielt hier keine Rolle. Für die Kinder haben wir Spielsachen mitgebracht. Haarspangen und Kuscheltiere für die Mädchen und für die Buben eine große Menge an Fahrzeugen die unsere Kinder zu Hause schon lange nicht mehr verwenden. Ein Junge ahmt beim Spielen mit seinem neuen Auto ein Flugzeug nach. Das ist es was er kennt. Die fliegen manches Mal über die Inseln. Autos hingegen sind hier vollkommen falsch am Platz. Die Kunas leben auf Inseln ohne Straßen. Hier gibt es als einziges Transportmittel ihre Kanus oder für weitere Strecken größere Boote, angetrieben durch Außenborder genannt Lancha.

3 Panama Kuna Yala Mola Wandbild resize4 Panama Kuna Yala Molas resize

Unser zweiter Ankerplatz, liegt in den Lemmon Cays. Zum Glück wurden wir von der Tiroler Crew der Muoza schon in Cuba mit den besten Seekarten versorgt die es für die San Blas Inseln gibt. Kopiert aus dem Buch von Erik Bauhaus, spannend zwischen den vielen Riffen. Bei einem späteren Treffen mit der Crew von Esperanza installiert uns dann Florian die Karten auf den PC. Mit Open CPN ist es dann schon fast leicht hier zu Navigieren.

Iskardup ein Ententeich zwischen kleinen Inseln die komplett von Riffen umgeben sind. Die Einfahrt ist in Schlangenlinien zu bewältigen, neben der Fahrlinie viele Sandbänke, die kaum 1 Meter unter Wasser sind. Es wird einer meiner Lieblingsankerplätze, weil so geschützt bei jedem Wetter  Ankern möglich ist. Und ruhig, bei meinen sechs Aufenthalten kam ein Segler, und der steckte dann Stundenlang auf einer Sandbank.

Chichime gleich um die Ecke ist auch ein beliebter Ankerplatz unter Seglern. Der Ankerplatz ist nach allen Seiten geschützt, aber das wissen viel zu viele. Es ist eng zwischen den Booten und wenn ein Anker nicht hält wird es ungemütlich. So wie auch auf allen anderen Inseln die in der Nähe der einzigen Straße die nach San Blas führt liegen ist hier viel los. Sie sind erreichbar für Kurzurlauber und dementsprechend Touristisch überlaufen.

Eastern Lemmon Cays in Sichtweite, nur ein paar Meilen entfernt, ist die nächste Verlockung zum bleiben. Das Wasser ist hier klarer und es gibt viele Riffe die mit der Tauchermaske erkundet werden wollen. Nachteil, es liegen immer 10 – 20 Schiffe hier. Grund dafür ist wahrscheinlich die funktionierende Internetverbindung.

5 Panama Kuna Yala Cayos Limon resize6 Panama Kuna Yala Cajos Limon resize

Schon fast eine Tagesreise weiter, 15 Seemeilen Südlicher ragen die Holandes Cays aus dem Meer heraus. Beim Inselspaziergang besuchen wir hier unsere erste Kuna Siedlung. Ein paar Hütten aus Bambusstäben mit Palmblättern gedeckt. Kinderaugen verfolgen uns zuerst einmal vorsichtig nur aus den Hütten heraus. Ein Schwein an einer Palme angebunden zieht seine Kreise soweit es die Leine zulässt. Meine Frau möchte es am liebsten sofort losbinden, es kann ja von der Insel sowieso nicht weglaufen. Dann treffen wir die ersten Kunas die uns sofort als Potente Kundschaft erkennen und uns Molas und Armbänder präsentieren. Nur mit der Badehose bekleidet haben wir kein Geld dabei, auch kein Problem, dann bringt es später. Ein Neugieriger Blick in das Innere der Hütten geworfen, sieht nichts. Es ist hell genug, aber da ist nichts, Hängematten, sonst leer. Der Fußboden gefegter Sand, keine Möbel. Hängematten ersetzten alle bei uns bekannten Möbel. In der Hängematte wird man geboren, es ist die Sitzgelegenheit, das Bett und man stirbt auch darin.  Daneben in einer kleineren Hütte wird gekocht. Eine Kokosnusshälfte an einen Stab gebunden ist der Suppenschöpfer, ein paar Töpfe, die bei uns sicher kein Altwarenhändler annehmen würde, in der Mitte ein glosender Baumstamm als Kochstelle. Die Fischsuppe zu der ich eingeladen wurde schmeckte ausgezeichnet, hier lernte ich auch dass man Platanas gleich mit kocht.

7 Panama Kuna Yala Coko Banderas Besteck resize8 Panama Kuna Yala Schlafzimmer Coko Banderas resize

 

Gleich in der Nähe das Banjo. Auf dem Wasser über ein Brett erreichbar ist es ca. 1 x 1 Meter vor Blicken mit Bambusstäben geschützt, im wahrsten Sinne des Wortes eine Nasszelle. Nach oben offen falls es Regnet. Der moderne Accent ist ein alter Plastikübel für fließendes Wasser aus einer Grube mit Grundwasser die sich in der Nähe befindet. 

Am Strand hinter den Hütten liegt das Heck der Germania aus Köln. Eines von vielen Schiffen die jährlich hier an den Riffen ihr Ende finden. Eine Relings Stütze hat einen weiteren Verwendungszweck gefunden. Ein Indianer stampft damit Blechdosen flach. Für 1 Kilogramm Blechdosen bekommen die Kuna 1 USD.

9 Panama Kuna Yala Cayos Hollandes Gestrandet resize10 Panama Kuna Yala Cajos Hollandes Siedlung resize

 

 

Ein paar Meilen weiter zwischen Ukupsuit und Kalugirdup finde ich für mich den absolut schönsten Ankerplatz. Das besondere an diesem Platz sind die Farben des Wassers. Auf Grund der geringen Tiefe, ich ankere hier so dass ich im Wasser stehen kann, sind nur selten auch andere Boote hier. Von meiner Zeit in San Blas liege ich insgesamt 4 Wochen da. Gleich um die Ecke ist BBQ Island und da liegen immer Boote, wenn  nur einer da liegt stimmt etwas nicht. Viele Segler haben die Angewohnheit sich gegenseitig anzuziehen, weil wo viele, da muss alles Bestens sein.

Auf den Holandes wird eine Inselgebühr von 10 USD pro Monat kassiert. Als Gegenleistung wird Ruhe und Stille geboten die nur durch sanftes Rauschen der Wellen am Außenriff durchbrochen wird. Etwas von der Gebühr bekamen wir von der Natur zurück als wir mit den Österreichischen Crews der Modesta, Esperanza, Muoza und Onotoa hier lagen. Bei einem Streifzug durch die dicht bewachsene Insel ernteten wir Platanas.

Es gibt aber auch einen ganz kleinen Nachteil in dieser sonst fast perfekten Gegend wie auch auf vielen anderen Inseln in San Blas. Chitras, Sandfliegen so klein das man sie nicht sieht. Ankert man zu nah am Ufer oder spaziert zur falschen Tageszeit auf den Sandstrand so hat das tagelang schmerzhafte Folgen. Bei mir hilft dagegen mit Essig abtupfen, lindert den Juckreiz und schwillt schneller ab. Ein weiterer ist die Verschmutzung der Inseln mit Zivilisationsmüll. Früher war das kein Problem, die Indianer warfen ihren Organischen Müll ins Wasser und das Meer entsorgte mühelos. Mit Plastik, Blech, Glas und anderen Dingen die sehr lange brauchen um sich zu zersetzten sieht das jetzt leider ganz anders aus. Wir Segler lösen unser Müllproblem hier indem wir ein Treffen bei einen schönen Lagerfeuer organisieren wo jeder dann seinen Müll verbrennt.  

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Für Silvester haben wir ein Österreicher treffen auf der Insel Waisaladup ausgemacht. Helmut hat eine große rot weiß rote Flagge auf der Insel gehisst. 14 Personen garantieren eine Menge Gesprächsstoff unter Seglern, es wird gegrillt unter Sternenhimmel. Florian hat seine Gitarre mitgebracht und so gibt es auch noch Live Musik. Jahreswechsel in Badebekleidung hat schon was auf sich.

13 Panama Silvester Waisaladub resize14 Panama Kuna Yala Ulu resize

Ein Kuna wollte für die Benutzung der Insel Geld kassieren. Seine Begründung, die Insel gehöre seiner Frau. Ich meinte es sei ein Vorwand, warum redet er sich auf seine Frau aus? Wir konnten uns auch nicht über den Preis einigen und verschoben die Bezahlung auf ein andermal. Erst später erfuhr ich dass bei den Kuna das Matriarchat herrscht, der erwählte Mann muss bei der Heirat auf die Insel und in die Hütte der Frau ziehen.

Die Kunas haben einen besonderen Bezug zu ihrem Land. Es kann nicht gekauft, verkauft oder verpachtet werden. Die Kunas sehen es als das Erbe ihres Volkes und der Erwerb, die Ausbeutung und Nutzung muss mit diesem Status vereinbar sein.

Auf der nächsten Dup, so heißt Insel in der Sprache der Kuna, sind drei Bewohner. Ein Mann und zwei Frauen teilen sich hier ihre Behausung. Die Frauen sind traditionell Bekleidet die Wangen rot bemalt und in der Nase steckt ein Schmuckstück aus Gold. Bei den Azteken, Maya und Inka war aus religiösen Gründen das Tragen von Septum-Piercings verbreitet. Diese Tradition wird teilweise heute noch von den Kuna fortgesetzt. Nach den Pygmäen in Afrika sind die Kunas das zweitkleinste Volk auf der Welt. Die Frauen sind sehr schlank und betonen dies mit Ketten aus kleinen bunten Kügelchen die sie um Arme und Beine wickeln. Bei den Männern fällt auf dass sie sehr Muskulös sind, ist aber auch leicht erklärbar wenn man ihnen beim Paddeln zusieht. Von Früh bis Abends bewegen sie ihre Ulus mit kräftigen Paddelschlägen, ihre Aufgabe ist es die Familie zu versorgen. Die einen Fischen, die anderen Paddeln ans Festland wo sie auf kleinen Anbauflächen Feldfrüchte ernten. Ein wichtiger Erwerbszweig der Kunas sind die unzähligen Kokospalmen deren Nüsse sie sammeln und verkaufen. Etwas Verwunderung löst die Flagge der Kunas bei uns Europäischen Besuchern aus. Eine rot gelb rote Fahne mit einem Hakenkreuz erinnert an den Nationalsozialismus. Bei den Kunas symbolisiert das Hakenkreuz einen Octopus, nach der Sage ist er der Schöpfer der Welt.

15 Panama Kuna Yala Indianerin resize16 Flagge Kuna Yala resize

Den Rio Diabolo kann man mit dem Dinghy hochfahren. Die Einfahrt ist versandet und ein kurzes Stück ist nicht tiefer als 30 cm, aber wenn man der Spur der Einheimischen folgt, findet man einen Weg hinein. Die paddeln von Anbruch bis zum Ende des Tages den Fluss hoch um Wasser zu holen das die Bevölkerung von Nargana und Corazon de Jesus braucht weil es auf den Inseln kein Wasser gibt. Der Fluss schlängelt sich durch den Urwald und mit etwas Glück sieht man Krokodile. Die Crew der Esperanza mit ihrem Besuch fuhr als zweites Dinghy auch Flussaufwärts. An einer Sandbank wurde dann ein Stopp eingelegt um wieder einmal ausgiebig zu Duschen, ohne Wasser sparen zu müssen. Ein kleines Krokodil lag unweit auf der Uferböschung und beobachtete sie dabei. Als wir es sahen und die anderen warnten dachten sie es sei Spaß. Wir jagten das Krokodil dann mit unseren Fotoapparaten und das Krokodil sah ein hier kein Schnäppchen machen zu können.

17 Panama Rio Diabolo Krokodil resize18 Rio Diabolo Kuna abschleppen resize

 

 

Damit alles seine Ordnung und Richtigkeit beibehält gibt es im Dorf ein großes Versammlungshaus, Congreso genannt,  wo der Saila, gewähltes Dorfoberhaupt, mit seinen zwei Stellvertretern sich jeden Abend mit dem Volk treffen um über alles zu sprechen was anfällt.  In Nalunega habe ich das erste Mal einen Blick in ein Versammlungshaus geworfen. Mich haben die drei Hängematten verwundert die vor den Sitzgelegenheiten hingen. Die Sailas sind die Weisen der Kuna, religiöse Autoritäten und auch Spezialisten der Ethnomedizin. Die Sitzung wird von den Weisen liegend abgehalten. Sehr Weise.

Teilweise hat auch unser modernes Leben Einzug bei den Kunas gehalten. Viele haben nun auch schon ein Handy. Einige Male als ich vor kleineren Inseln mit zwei drei bewohnten Hütten ankerte kamen Kunas in ihrem Ulu und fragen mich ob ich ihnen das Telefon aufladen könnte. Nur auf einigen der 50 bewohnten  größeren Inseln, wo auch die meisten der ca. 50.000 Kunas leben, gibt es Strom. Die Indianer stammen ursprünglich aus Kolumbien, von dort zogen sie sich nach großen Verlusten die sie bei Kämpfen gegen die Spanischen Eroberer erlitten in den Darien, heute Panamesisches Gebiet, zurück. Zuerst siedelten sie auf dem Festland, zogen aber dann wegen wilder Tiere und Moskitos auf die vorgelagerten Inseln ins heutige San Blas zurück.

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Ein großer Unterschied zum Rest unserer gewohnten Welt ist hier bei der Musik auffallend. So vielfältig Musik sein kann, ich denke an unsere großen Orchester, an die vielen Musikinstrumente die wir in Europa kennen, hier bei den Kunas herrscht Stille. Nur bei den Festen werden ihre zwei bekannten Instrumente hervorgeholt. Flöte, aus dünnen Bambus und Fäden hergestellt, wird von Männern gespielt. Frauen bedienen das zweite Instrument, Rasseln aus Kürbissen mit Pflanzensamen. Dazu wird gesungen und getanzt.

Wegen der Musik wird kaum ein Segler den langen Weg auf sich nehmen. Und was wir uns erhofften trifft voll ein. Coco Banderas, 4 Inseln, eine davon Bewohnt. Gut geschützt gegen Wind und Wellen, ein schöner Platz um Abends ein Lagerfeuer zum Grillen und Träumen zu entfachen. Green Island, sehr beliebt bei vielen Segler, schönes Schnorchel Gebiet, Internet und wenn man Kleinigkeiten zur Versorgung braucht ist Nargana mit einem Laden in der Nähe. Außerdem kommen hierher auch öfter Geschäftstüchtige Kunas deren Boote mit Gemüse, Obst, Eiern und Bier beladen sind. Ein weiteres Angebot an Lebensmittel kommt von den Ulus, frisch gefangener Lobster oder Fisch. Weiter Südlich ab den Farewell Islands wird es dann ruhiger, Seglerkollegen werden seltener. Ab hier ist ungestörte Kuna Welt die nur von wenigen besucht wird.

Wer besonders günstig Leben will sollte sich in Land Nähe wie bei den Islas Robeson aufhalten. Beim ersten Tageslicht paddeln die Männer zu ihren Feldern ans Festland und kommen mittags vollbeladen wieder zurück. Ich kaufte eine Staude kleine Süße Bananen um 1 USD. Von den 30 Stück musste ich die Hälfte herschenken weil ja alle zur gleichen Zeit reif werden. 2 große Avocados ebenso für 1 USD. Und die Leute sind hier noch freundlicher als auf den viel besuchten Inseln. Einziger Nachteil ist das Wasser, das in der Nähe des Festlandes durch Flüsse meist trüb ist.

21 Panama Kuna Yala Cajos Hollandes Maedchen resize22 Panama Kuna Yala Kayos Holandesas Transport Segelkanu resize

Sicherheit, ein wichtiges Thema auf einem Boot fern der Heimat, ist hier nicht vergleichbar mit anderen Ländern. Das Schiff ist die meiste Zeit unverschlossen, es scheint als wären Diebstahl oder Kriminalität hier noch unbekannte Fremdwörter. Gefährlich wird es hier wenn der Skipper meint er kenne schon alle Wege durch die Riffe. Oder Nachtfahrten, GPS fällt kurz aus, wenn das Riff unter dem Kiel knirscht ist es bereits zu spät.

Die schönste Zeit erlebten wir hier von Mitte Dezember bis Ende März. Trockenzeit, es regnet nur mehr selten und blauer Himmel macht das Wasser noch schöner. Man sieht viele Rochen vorbeischweben, und Begegnungen mit verschiedenen Hai Arten sind bei guter Sicht länger zu genießen. Der Passat bläst in den Wintermonaten angenehm,  die Wellen werden von den außen Riffen abgehalten, das Boot gleitet im ruhigen Wasser von Insel zu Insel. Ab April hört der Passatwind auf zu blasen und es wird schwül. Die Wolken stauen sich am Festland und entladen sich mit vielen Gewittern. Die zwei Österreichischen Segelboote Esperanza und Muoza wissen ein Lied davon zu singen. Bei ihnen hat ein Blitz  eingeschlagen und viel Elektronik zerstört. Ich hatte zwei Mal Glück in Gewittern mit über 40 Knoten Wind.

23 Panama San Blas Melitta resize24 San Blas meine Spuren auf der Karte resize

Fast ein Jahr Aufenthalt in Panama, die meiste Zeit bei den San Blas Inseln wird mir immer aufs Angenehmste in Erinnerung bleiben. Viele Freunde, auch Sylvia und Helmut meine langjährigen Begleiter sind mit ihrem Schiff Onotoa in die Südsee weitergezogen. Uns trennen nun schon mehr als 4000 Seemeilen. Auch für mich wird es langsam Zeit sich von dieser einzigartigen Gegend zu verabschieden. Ich hoffe das der Anstieg der Meeresspiegels nicht zu rasch vor sich geht, weil sonst die meist nur einen Meter hohen Inseln, der jetzige Lebensraum der Kunas untergeht.

Dad Galibe, ein weiser Vorfahre des Kuna Volkes, lehrte:

In dem Maße, in dem wir verantwortungsvoll die Natur und die Menschen schützen, verlängert sich die Zeit der Freude auf der Mutter Erde. In dem Maße, in dem wir diese vernachlässigen, fangen wir an zu glauben, dass diese Dinge unser Eigentum sind. Die Natur, die Menschen, die Dinge gehören  nicht uns – wir hüten sie nur für den großen Vater und die große Mutter. Damit schenken wir der Mutter Erde immer wieder neu ihre Schönheit.